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Fünf Betrugsversuche ähnlicher Art auch in Wolfhagen; eine angerufene Frau kam mit Schock ins Krankenhaus. Eine 76 Jahre alte Frau aus der Heiligenbergstraße im Kasseler Stadtteil Niederzwehren wurde am Sonntagmittag durch einen sogenannten “Schockanrufer” Opfer eines Trickbetruges.

Die russisch sprechende Frau erhielt am Sonntag um 12:30 Uhr den Anruf eines angeblichen Rechtsanwaltes. Dieser teilte ihr in russischer Sprache mit, dass ihre Tochter einen Unfall verursacht habe, bei der auch ein Mädchen verletzt worden sei. Das Mädchen habe eine Gehirnverletzung erlitten und müsse nun dringend operiert werden. Für diese Operation forderte der Anwalt von der Seniorin 22.000,- Euro, die die Frau aber nicht aufbringen konnte. Sie ließ sich aber am Telefon darauf ein, einem vom Anrufer angekündigten Boten 8.500,- in bar auszuhändigen.

Diesen Betrag hatte sie offenbar zuhause. Sie übergab das Geld an einen jungen Mann, der noch während des laufenden Telefongesprächs an ihrer Wohnungstür erschienen war. Die aufgetischte Story stellte sich bei Nachforschungen als erfundene Lügengeschichte dar. Der Geldabholer war schlank, etwa 20 Jahre alt und mit etwa 160 bis 165 Zentimetern Größe eher klein. Er hatte nach Angaben der Zeugin dunkle, kurze Haare.

Wolfhagen: Frau musste nach Schockanruf ins Krankenhaus gebracht werden
Ganz ähnliche “Schockanrufe” erhielten am Samstag zwischen 17 und 20 Uhr auch fünf russisch sprechende Frauen im Alter von 46 bis 85 Jahren in Wolfhagen. Hier kam es allerdings nicht zur Vollendung der Taten. Die 85 Jahre alte Frau regte sich über den vermeintlich schlimmen Inhalt des Anrufs dermaßen auf, dass sie medizinisch versorgt werden musste und anschließend zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurde. Welch brutale Masche die Anrufer mit den Schockanrufen verfolgen zeigt sich auch am Beispiel der 46-Jährigen. Sie verlor erst vor rund einem Jahr einen Sohn durch einen tödlichen Verkehrsunfall. Bei ihr gab sich der Anrufer nicht als Anwalt aus sondern stöhnte zunächst nur ins Telefon: “Mutter, hilf mir…”.

Schon mehr als drei Dutzend Betrugsfälle mit “Schockanrufen”
Opfer dieser perfiden Betrugsvariante des “Enkeltricks” sind häufig ältere, zumeist lediglich Russisch sprechende Mitbürger. Die Anrufer sprechen ebenfalls perfekt Russisch und erklären in der Regel, Rechtsanwälte oder Polizisten zu sein. Immer hat ein Familienangehöriger der angerufenen Person einen schweren Verkehrsunfall verursacht oder ist verantwortlich für eine schwere Verletzung eines anderen Menschen. Um einer strafrechtlichen Verfolgung und dem drohenden Gefängnis zu entgehen oder eine dringend erforderliche Operation bei den angeblichen Opfern zu ermöglichen, werden erhebliche Geldbeträge gefordert.

Offenbar auch mit dem Hintergedanken, dass die Angerufenen einen größeren Bargeldbetrag zuhause liegen haben. Bedauerlicherweise haben die Schockanrufe in einigen Fällen den von den Tätern gewünschten Erfolg gehabt. In zahlreichen Fällen gingen die Schockanrufe mit der litauischen Vorwahl “0037..” bei den Geschädigten ein. Die Polizei warnt mit einem Plakat dringend davor, auf derartige Anrufe einzugehen und sofort die Polizei über den Notruf “110” zu informieren.

Von Wildwechsel

Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffentlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

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