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Gerüchte um das Musiktheater Kassel: Wir befragten Inhaber Batke dazu!

am 04 Dezember 2019 von Matthias

Gerüchte um das Musiktheater Kassel: Wir befragten Inhaber Batke dazu!

Wortakrobat: Am 14. Dezember kommt Rap-Legende Kool Savas ins Musiktheater Kassel! | (c) Essah Media GmbH

Das Kasseler Musiktheater hat eine ebenso lange wie erfolgreiche, aber auch wechselhafte Geschichte hinter sich. In den 80ern startet die Discothek in der Angersbachstraße kometenhaft. Doch zuletzt gab es negative Gerüchte, denen wir nachgegangen sind.

Das anspruchsvolle Konzept, das sich zwischen Anspruch, Kult aber auch Mainstream und Indie lange Zeit extrem erfolgreich hin und her bewegte und dabei immer den Hauptschwerpunkt auf die „handgemachte“ Musik legte, war zuletzt dann doch auffällig in die Jahre gekommen.

Das Kasseler MT – seit den 80ern wurde hier über alle Genregrenzen hinweg viel gefeiert:

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Bis Ende der 90er konnte man sich mit dem eigenen Einrichtungsstil und dem speziellen Mix aus unterschiedlichen Genres und Floors gut behaupten in der Kasseler Discothekenszene. Doch dann ging es dem „MT“ wie mit vielen anderen Discotheken in Deutschland bergab. Es wuchs nicht mehr weiter, sondern die Besucherzahlen schrumpften immer mehr und es wurde zurückgebaut.

Zusätzliche Floors wie die Nachthallen wurden geschlossen, die regelmäßigen und beliebten Livekonzerte im Wochenendbetrieb des Bistro gecancelt und am Ende war das Musiktheater wieder da angekommen, wo es Mitte der 80er so glorreich gestartet war. Öffentlich ausgetragene Diskussionen mit den Fans über den weiteren Musikkurs prägten in dieser Zeit das öffentliche Bild ebenso wie mehrfache Namenswechsel.

Bei all diesen, auch personellen, Wechseln blieb der Kapitän und Mastermind Achim Batke ebenso standhaft an Bord wie er sich weigerte, vom Hauptkurs der Location abzugehen. Eine „Kommerzbude“ mit Chartmusik wollte er aus dem MT nicht machen. Dafür bekam er auch viel Anerkennung aus der Szene.

Immer schon war das MT auch eine Location für hochwertige Live-Konzerte gewesen. Schon in den 80er traten dort bundesweit wie weltweit bekannte Stars auf (Bill Withers, Camouflage, …) und das setzte sich auch in den weiteren Jahren (Jan Delay, Slayer, Dream Theater, …) bis heute (Alligatoah, Sodom …) so fort.

Ein kompletter Umstieg in die Technoszene, die auch vorher schon im MT mit erfolgreichen Partys (z. B. der Club-e-lectribe-Partyreihe) vertreten war, scheiterte letztlich. Und so benannte Batke seinen Laden von 130bpm folgerichtig wieder um in den Geburtsnamen »Musiktheater«.

Diverse Szene-Partys und Konzerte als Markenzeichen

So war es auch nur konsequent, dass weiterhin diverse Genre-Partys (z.B. für die „Schwarze Szene“) und viele sehr erfolgreiche Konzerte, vorwiegend für die Metal und HipHop-Szene, die etwas in die Jahre gekommene Halle regelmäßig füllten. Ein neues Konzept für die Location schien endlich gefunden.

Eigentlich hatten wir vom Wildwechsel für eine der nächsten Ausgaben einen Artikel über das „neue“ MT und die spezielle Kulturszene, Events, Partys und Konzerte, die sich dort inzwischen etabliert hatten, geplant. Doch bei den ersten Recherchen dazu drang das Gerücht an unsere Redaktion, das „MT“ würde verkauft und alle regelmäßigen Events würden dort ab 2020 nicht mehr stattfinden. Auch Konzerttermine würden dort dann nicht mehr geplant.

Da wir das Gerücht jedoch nicht verifizieren konnten, behielten wir es zunächst für uns. In den letzten Tagen erreichten uns jedoch weitere Meldungen, die die Inhalte der Gerüchte zumindest wahrscheinlicher machten: So wurde uns von Veranstalterseite bestätigt, dass man für 2020 keine Konzerte mehr im Musiktheater Kassel plane. Zudem stellten wir fest, dass regelmäßige Party-Reihen ab Ende 2019 keine weiteren Events im MT bekannt geben.

Reaktion von Joachim Batke: Schließung „sehr unwahrscheinlich“

Auf entsprechende Nachfrage von uns reagierte Joachim Batke (Inhaber des Musiktheaters Kassel) promt und schloss einen „Verkauf oder gar die Schließung zum Jahresende so gut wie aus“.

Die Antwort von Batke im Wortlaut:

„Es ist kein Geheimnis, dass ich seit 2015 Partner/Mietkäufer/Mieter oder auch Käufer für das MT suche. Bei meinen Alter dürfte es nicht nur nachvollziehbar, sondern zwingend erforderlich sein. Der erste Versuch, mit einer Partnerschaft aus dem MT das 130bpm zu machen, ist krachend in die Hose gegangen.

Hauptgrund für den Flop war, dass die „Partner“ schon in der Vorbereitungsphase das Handtuch geschmissen haben und ich auf die Schnelle ein neues Team aus dem Hut zaubern musste. Wie wir alle wissen, hat das nicht funktioniert.

In diesem Jahr gab es ernsthafte Gespräche und sogar Abmachungen, die einen Verkauf zum Jahresende vorsahen. Das Musiktheater wäre so wie jetzt weitergeführt worden, jedoch mit deutlich mehr Konzerten. Leider ist der potenzielle Käufer Ende Oktober, aus welchen Gründen auch immer, abgesprungen und hat seine feste Kaufabsicht zurückgezogen.

Mit dem vermeintlichen Käufer wurde schon im September vereinbart, dass meinerseits keine Termine für Konzerte für 2020 vergeben werden. Das hat auch durchaus Sinn gemacht, denn er hätte bei einer Übernahme ohne Mitsprachrecht in die Konzerte ein steigen müssen, selbst bei Nichtinteresse.

Das Rennen um das Musiktheater ist also wieder offen. Es stehen durchaus andere Interessenten bereit, wobei jedoch ein Verkauf wegen vermutlicher mangelnder Bonität der Interessenten eher ausgeschlossen ist, also eine Partnerschaft das Wahrscheinlichste sein wird.

Natürlich werde ich bei einer Partnerschaft ganz genau hingucken, schließlich bin ich in der Hinsicht eine gebranntes Kind, siehe oben. Ein Verkauf, oder gar die Schließung zum Jahresende ist aber so gut wie ausschlossen und eher sehr unwahrscheinlich.“

Wir und sicher viele treue MT-Gänger sind also einerseits froh aber gespannt, wie es mit dem MT ab 2020 weitergeht.

» Website vom Musiktheater Kassel

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