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The Ocean beim "With Full Force 2014"
The Ocean beim „With Full Force 2014“

Der Acker staubte zu Volbeat, Rob Zombie und Co. beim 21 With Full Force Das With Full Force – entweder Regen oder Sonne, zum 21 Festivalauftakt entschied sich der liebe Wettergott für das Zweite und bescherte dem Publikum Temperaturen wie in der Sahara.

Bereits zur frühen Mittagsstunde starte um 13 Uhr am Freitag im Hardbowl die erste Band. Das Zelt war nicht nur wegen den Bands gut besucht, auch als schattiges Plätzen musste es den ganzen Freitag herhalten. Bis zum WM-Spiel um 18 Uhr gab es Metal und Hardcore auf die Ohren. Pünktlich zum WM-Spiel-Anstoß wurde das Festivalprogramm unterbrochen und es das Publikum fieberte vor der großen LED Wand mit den Jungs. Nach dem Spiel ging es dann auch direkt mit Callejon weiter, wo das Publikum größtenteils aus weiblichen Fans bestand, welche textsicher und lauthals alle Songs mit grölten. Mit Hatebreed kam der erste Co-Headliner auf die Bühne und diese brachten das Publikum gut zum ausrasten und das Publikum nahm ihren Song „Destroy Everything“ wohl wörtlich.

Zu den Höhepunkten des ersten Tages zählte der Headliner Volbeat, die im vergangenen Jahr bereits die Arena Leipzig ausverkauft hatten. Mit ihren hüftgeschwungenen Kraftschlägen zwischen Elvis und Metallica  sind die Dänen derzeit der mit Abstand heißeste Rock-Act Europas. Vor der Bühne war ordentlich was los und die Dänen spielten eine geile Show. Neben Klassikern wie „Guitar Gangsters and Cadillac Blood“ oder „Radio Girl“ gab es ein Medley von verschiedenen Songs, ein kurzes „Ring of Fire“ von Johnny Cash und es gab eine kleine Hörprobe vom neuen Album.

Auch wenn man die nacht von Freitag auf Samstag durch machte, ausschlafen konnte man bei den Temperaturen sicherlich nicht. Es waren Unwetter vorhergesagt, doch am Himmel zeigten sich nur einige Wolken und Hundreth eröffneten den zweiten Festivaltag. Zu Walls of Jericho wurde es vor der Bühne nun richtig voll und es gab mit „All Hail The Dead“ mächtig was auf die Ohren, gefolgt von dem Song „ A Trigger Full Of Promisses“. Die Frontfrau erkannte man zunächst gar nicht als solche, da sie wohl breitere Schultern als jeder Mann im Moshpit hatte. Gesanglich war es aber ganz weit vorne. Eingefleischte Fans moshen im Zelt zu Emil Bulls. Urgewaltig sind Carnifex auf der Mainstage, was auch an ihrem neuen, nihilistischen Werk „Die Without Hope“ liegt. Amon Amarth sind danach ein netter Zeitvertreib, um „Death In Fire“ zu brüllen, aber die Meisten warten auf Altmeister Rob Zombie. Der Auftritt von Rob Zombie begann mit „Teenage Nosferatu Pussy“. Rob animierte gleich zu Beginn das Publikum mit großen Armbewegungen zum Mitklatschen. „Dragula“ kam in der Zugabe relativ mutlos, dafür war „Dead City Radio and the New Gods Of Supertown“ umso knalliger. Nachdem der letzte Ton von verklungen war ging es auf der Hardbowl Stage mit dem Motto Saturday Night Fever weiter. Passenderweise eröffneten Eskimo Callboy um 24 Uhr die Tentstage und unterhielten  das Publikum mit ihrem Dancecore.

Am Sonntag waren die meisten Kostüme verschwunden und man sah viele freie Oberkörper und Frauen in Bikinioberteilen, denn die Sonne brannte noch unbarmherziger auf die Besucher und zwang selbst die Hartgesottensten in die Knie. Man merkte auch, dass es vielen Besuchern entweder zu heiß war oder der Sonntag vom Programm her nicht so interessant war. Der Großteil wartete auf Motörhead. Eröffnet wurde der dritte Tag durch die Band Volksmetal mit ihrem Ballermann-Metal. Unter Einsatz von Tuba und Melodika versuchten sie die Leute aus dem Schatten zu locken. Dagegen traten His Statue Falls im vollem Zelt auf.  Mit Sepultura folgte ein Urgestein.

Die Band blickt auf eine 30 jährige Karriere zurück.Dementsprechend haben sich viele ältere Festivalbesucher vor der Bühne eingefunden und feiert zu „The Vatican“ und „Refuse/Resist“. Bei Comeback Kid gab es Circle Pits und Crowdsurfer und bei Behemoth fMake up und Rauchfontänen. Metalcore-Aushängeschild Bring me the Horizon spielen fast nur Sachen aus ihrem neuen Meisterwerk „Sempiternal“ mit Hits wie „Sleepwalking“ und „Anti-Vist“. Der Sound ist einfach Bombe. „We are MOTÖRHEAD and we play Rock’n Roll“ Lemmy hat es wirklich auf das With Full Force geschafft! Die Band sollte bereits letztes Jahr auftreten, aber aus Gesundheitsgründen musste der Termin auf dieses Jahr verschoben werden. Ein Highlight an diesem Abend war der Gastauftritt des Gitarristen Andreas Kisser zu dem Song „Overkill“. Mit diesem Stück endete der Abend auf der Hauptbühne.

Das 21. With Full Force Festival gefiel mir persönlich besser als das 20 jährige Jubiläum im letzten Jahr. Ganz weit oben: die Organisation und die Geländeaufteilung trotz des Abbaues.

With Full Force 2014; 04.07 – 06.07.2014, Löbnitz

http://www.withfullforce.de/

Von Alexander Jeppe

Freier Autor und Event-Fotograf

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