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Día de los muertos – Halloween einmal anders

am 29 Oktober 2019 von Maria Blömeke

Día de los muertos - Halloween einmal anders

Día de los muertos: Die Totenkopf-Frau (La Catrina) gilt als beliebtes Kostüm-Motiv. Das Gesichts-Make-Up ist inspiriert von den Zuckerschädeln (Calvera de Dulche) © Dirk Meeves

Wenn die verstorbenen Lieben zurückkehren …  Dass Halloween nicht nur düster sein muss zeigt der Día de los Muertos in Mexiko.

Dort wird das Totengedenken mit bunten Farben ausgeschmückt und richtig gefeiert, mit Musik, Tanz und Essen. In Mexiko ist das Thema Tod kein Tabu, er gehört zum Leben. Die Toten kehren in diesen Tagen zu den Lebenden zurück und feiern mit ihnen ein großes Fest, bevor sie wieder für ein Jahr ins Totenreich zurückkehren.

Día de los muertos - Halloween einmal anders

Día de los muertos oder der Tag der Toten | Foto: simonetai247 Pixabay

Bereits Mitte Oktober beginnen die Mexikaner mit den Vorbereitungen, gefeiert wird vom 31.10 bis zum 2.11. (Allerseelen). Bei der eigentlichen Feier werden die Toten mit einem farbenprächtigen Fest geehrt.

Die Straßen werden für die heimkehrenden Seelen geschmückt mit Blumen, Papierskeletten und Schädeln. Konditoreien bieten spezielle, farbig dekorierte Totenschädel aus Zucker und Kuchen in Form von bunten Särgen an.

Día de los muertos die wichtigsten Begriffe erklärt:

  • Papel Picado – Scherenschnitt als Deko für den Altar
  • Ofrenda – Gabenaltar, an dem sich die Toten von der Reise stärken sollen
  • Cempasúchill (Flor des Muertos) – Totenblume, meist in gelb oder orange, da diese Farbe der Legende nach die Toten am besten sehen können.
  • Angelitos – „Kleine Engel“, die Seelen verstorbener Kinder
  • Calavera de Dulce – „Zuckerschädel“, buntverzierte Totenschädel aus Zuckermasse
  • Pan de Muerto – „Brot der Toten“, zur Stärkung der aus dem Totenreich angereisten Seelen
  • La Catrina (Calavera Catrina) – die Skelett-Dame, bekannteste Figur des Festes
  • Copal – ein Duft-Harz ähnlich dem Weihrauch

 

In ihren Wohnungen bauen die Mexikaner Altäre auf, sogenannte Ofrendas, die über und über mit Gaben (Speisen und Getränke, Blumen, Fotos und Erinnerungsgegenstände) geschmückt sind.

Es gibt sogar eine spezielle Blume, die Cempasúchill oder Flor des Muertos (Blume der Toten), eine Tagetes, aus der gemeinsam mit Ringelblumen und Chrysanthemen ein Teppich vom Friedhof zum Haus gelegt wird, um den Toten den Weg zu weisen. Gelb gilt dabei als die Farbe, die die Toten am besten erkennen können.

Día de los muertos - Halloween einmal anders

Día de los muertos Kids

In der ersten Nacht kommen die Angelitos, die „kleinen Engel“, also die Kinder. In der Nacht zum zweiten November folgen dann die Erwachsenen. Anschließend feiert man am 2.11., dem eigentlichen Tag der Toten, und isst, trinkt und tanzt ausgelassen, bis um Mitternacht die Verstorbenen zurückkehren müssen.

 

Allerheiligen, Allerseelen, Halloween?

Allerheiligen am 1.11. gilt als Hochfest in der katholischen Kirche und wird in fast allen christlichen Konfessionen gefeiert. Die Heiligen werden verehrt, während an Allerseelen am Folgetag der armen Seelen im Fegefeuer gedacht wird. Auch der Verstorbenen wird an einem dieser Tage mit einer Gräbersegnung gedacht.

Das ursprünglich in den katholischen Teilen Englands gefeierte Halloween, eine Verballhornung von „All Hallows‘ Eve“, also dem Vorabend von Allerheiligen, stammt vermutlich vom keltischen Totenfest Samhain und wird besonders in den USA heute sehr kommerzialisiert

UNESCO schützt Halloween

Doch die bunte Pracht ist scheinbar in Gefahr. Die UNESCO hat den Feiertag in die „Meisterliste des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen und sieht ihn als schützenswert an, da Halloween auch hier allmächtig ist und die US-amerikanischen Bräuche die Traditionen überformen.

Día de los muertos - Halloween einmal anders

Haolloween-Kids mit Hexe | (c) jo-ba-auf-pixaby

Ähnlich wie in Deutschland, wo es schon Kinder gibt, die glauben, dass wir das schon immer gefeiert haben – und Erwachsene, die ihnen die Türen vor der Nase zuschlagen, weil sie das Süßigkeitensammeln außerhalb des Karnevalsbrauchs als Betteln ansehen.

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