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Ww-Interview mit Ralph Ruthe: Lachen hilft!

am 05 November 2017 von Matthias

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Eine der zahlreichen Karikaturen von Ralf Ruthe

Eine der zahlreichen Karikaturen von Ralf Ruthe

Ralph Ruthe ist nicht nur ein begnadeter Cartoonist, sondern kann die Leute auch „live“ zum Lachen bringen. Am 12. November stellt er in der Paderhalle sein aktuelles Liveprogramm „Shit happens!“ vor. Der Ww fragt nach!

Hi Ralph, fangen wir mal ganz von vorne an. Du kommst aus Bielefeld, soviel ist bekannt. Wie bist Du aufgewachsen?

Geboren bin ich in Bielefeld, aufgewachsen aber „aufm Dorf“ mit einer Schwester, Mama, Papa, Oma und Opa, zwei Zwergkaninchen und einem kleinen Tischlereibetrieb, der meinem Vater gehörte - alles in einem Haus. Es war sehr schön und auf angenehme Weise unspektakulär.

Waren bei Dir in der Kindheit schon Tendenzen zu erkennen, die auf humoristisches und/oder zeichnerisches Talent hinwiesen?

„Tendenzen“ würde ich das nicht nennen. Eher „eindeutige Zeichen“. Ich habe schon früh vor jedem Foto-Apparat, jeder Kamera und jeder Geburtstagsgästerunde meiner Eltern den Kasper gemacht und versucht, die Leute zum Lachen zu bringen. Außerdem habe ich auf jeden Zettel, der mir in die Finger kam, meine Figuren gekritzelt. Niemand, der mich seit meiner Kindheit kennt, ist überrascht, dass ich heute hauptberuflich Quatschmacher bin.

Wie bist Du dazu gekommen, Cartoonzeichner zu werden?

Heutzutage würde ein Kind mit meinen Ambitionen wohl Youtube-Videos drehen. In den 70ern gab es aber noch keine Handykameras und ich hatte glücklicherweise ein gewisses Zeichentalent. So hatte ich ein weiteres Ventil für meine Ideen: Comics und Cartoons. Denn das sind Filme auf Papier!

Wodurch lässt Du dich inspirieren?

Alltag, Nachrichten, Filme, Bücher und Koffein. Viel Koffein.

Liest du auch Comics und Cartoons von anderen Zeichnern? Besteht dort eine Art „Konkurrenzdenken“ oder ist das ein friedlicher Berufsstand?

Das sind zwei Fragen. Zu Frage 1: Inzwischen nicht mehr. Mittlerweile fühle ich mich einfach eher zu Film und (Streaming-) TV-Serien hingezogen. Ich liebe die Medien Comic und Cartoon nach wie vor, finde aber keine Zeit mehr, mich damit zu beschäftigen und ziehe andere vor. Zu Frage 2: Es wäre völlig sinnlos, sich bei einer so kleinen Szenen gegenseitig zu bekriegen. Mit den allermeisten meiner Kollegen bin ich aber sowieso gut oder sehr gut befreundet.

Deine wiederkehrenden Figuren wie Barry und Sting, Pete und Dr. Haubner und insbesondere Thorsten Dörnbach: Wieviel von Dir selbst steckt in den Figuren? Sind die Figuren ein probates Mittel, auch mal Dinge rauszuhauen, die Du als Ralph Ruthe nicht sagen oder tun kannst?

Definitiv. In den Figuren stecken jeweils verschiedene Seiten von mir. Wer mich lange kennt, würde sagen, dass ich früher Anwandlungen hatte, die man heute in meinen Charakteren wiederkennen kann, dafür bin ich als privater Mensch immer ruhiger und entspannter geworden. Wie ich weiter oben bereits sagte: meine Geschichten und Ideen über Videos und Cartoons in die Welt rauszutragen war auch immer ein Ventil.

Auf Facebook liest man oft Kommentare von Leuten, die Dich auf unflätige Art und Weise auffordern, du mögest dich „aus Politik heraushalten“. Wie stehst Du dazu? 

Diese Leute dürfen gerne dieser Ansicht sein. Sie dürfen nur nicht erwarten, dass ich sie teile.

Ruthe gibt es ja auch als Musiker. Was hörst Du privat gerne?

Mein Herz schlägt für elektronische Musik und HipHop, das waren die ersten Richtungen, die mich tief begeistert haben. Darüber bin ich aber auch zu Singer-/Songwriter und Rockmusik gekommen. Heutzutage gibt es glücklicherweise das Dogma der 80er nicht mehr. Damals wurde die Nase gerümpft, wenn man sich nicht einer einzigen Musikrichtung verschrieben hatte. Durch mp3 und iPod kann man heute viel mehr Musik bei sich haben und entdecken und dabei merken: Gutes gibt es in allen Bereichen. Mich interessiert nur, ob ein Song mich berührt, dann ist mir das Genre völlig egal.

Da man ja auch selbst nahezu täglich damit konfrontiert wird: Welche Ostwestfalen-Klischees kannst Du nicht mehr hören?

Ich kann beim besten Willen nicht das Klischee bestätigen, der Ostwestfale sei stur. Hier leben einige der herzlichsten, offensten Menschen, denen ich jemals begegnet bin. Und ich komme viel rum.

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast! Vielleicht sieht man sich in Paderborn!

Genre. Ja, vielleicht komm ich auch. Mal gucken. ;)

» 12.11.2017, Ralph Ruthe, PaderHalle, Paderborn
» Ralph Ruthe im Internet


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