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Spongebob-Mania - Die gelbe Gefahr

am 24 Mai 2005 von Wildwechsel



Spongebob-Mania - Die gelbe Gefahr
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Spongebob-Mania - Die gelbe Gefahr

(c) Nickelodeon UK Limited

Für alle, die ihn nicht kennen: Er ist gelb, er ist viereckig und er ist unglaublich nervig. Der sprechende Schwamm Spongebob Schwammkopf wohnt in einer Ananas in dem kleinen Unterwasserörtchen Bikini-Bottom und erlebt dort mit seinen Freunden, dem minderbemittelten Seestern Patrick Star und dem angriffslustigen Eichhörnchen Sandy Cheeks, allerlei Abenteuer.

Spongebob arbeitet zusammen mit seinem griesgrämigen Nachbar, der nebenbei Künstler ist, in einem Fast-Food Restaurant, das sich auf Krabbenburger spezialisiert hat. Der geldgeile Chef Mr. Kraps lässt den naiven Spongebob für einen Hungerlohn schuften, während sein Erzfeind “Plankton”, der auch selbiges ist, unbedingt die Geheimformel der köstlichen Krabbenburger will, um damit sein verlottertes Restaurant, den “Abfalleimer”, wieder salonfähig zu machen. Und mittendrin irrt und wirrt Spongebob, unermüdlich und immer positiv denkend, viel Unsinn treibend, aber doch herzallerliebst und von Grund auf friedlich, durch die bunte Unterwasserwelt.

Wir wollen einfach nur lustig sein.

Zu den Fakten: Die Serie stammt aus Amerika und wurde von Stephen Hillenburg erfunden. Der 43 jährige ausgebildete Meeresbiologe hat mit der augenscheinlich simpel gestalteten Serie einen Riesen-Erfolg gelandet. Als Spongebob Schwammkopf am 17. Juli 1999 zum ersten Mal über die amerikanischen Bildschirme flimmerte, eroberte der süße Schwamm die Herzen der Zuschauer im Sturm. In den USA hat Spongebob längst Kultstatus erreicht, täglich schauen 17 Millionen Zuschauer die Serie, darunter 1 Drittel Erwachsene. Gute 2 Jahre später schwappte die Erfolgswelle des gelben Schwamm auch nach Deutschland über. Seit dem 26.8.2002 können sich Kinder und Erwachsene über die lustigen Abenteuer erfreuen, die mittlerweile von Mo. - Fr. von 19.15 Uhr bis 20.15 Uhr auf Super RTL zu sehen sind. Der Marktanteil liegt bei 21,7 %. Der Kultstatus um den niedlichen Schwamm hat sich so weit entwickelt, das es im Fanartikel-Bereich nahezu alles im Spongebob-Format gibt, von der handelsüblichen Bettwäsche, bis hin zum nützlichen Spongebob-Wecker, damit man keine der bereits 60 ausgestrahlten Episoden aus 3 Staffeln verpassen muss.

Doch da die heutige Medienwelt grausam und schrecklich gemein ist, blieb auch Spongebob vor diversen Negativschlagzeilen nicht verschont. Die Anschuldigen sind bedrückend, der Skandal groß, die Sorge intoleranter Eltern nicht zu leugnen: Spongebob Schwammkopf soll zur Homosexualität animieren! Grund für die belanglose Anschuldigung ist das suspekte Verhalten des fiktiven Meeresbewohner. In einer Folge ist Spongebob die (Haus)frau von Patrick und sie haben ein Kind zusammen. Im Fernsehen bewundert er zwei Superhelden, Meerjungfrau-Mann und Blaubarschbube, und einmal geht er Hand in Hand mit Patrick spazieren. Stein des Anstoßes war ein Video mit verschiedenen Comic-Stars, u.a. Barney, Winnie Pooh und eben jener Spongebob, das als “Geste der Völkerverständigung und Menschlichkeit” junge Menschen nach dem 11. September 2001 ansprechen sollte. Und dieses Video soll laut den christlich konservativen Gruppen “Focus on the Family” und “American Family Association” pro-sexuelle Statements und ein Treuegelöbnis für verschiedene Formen sexueller Identität darstellen.

Stephen Hillenburg kann die ganze Aufregung nicht verstehen und sagte in einem Interview: “Das hat nichts mit dem zu tun, was wir wollen. Wir wollen einfach nur lustig sein. Er war nie als homosexuell geplant. Ich sehe ihn fast als asexuell.”

Wie dem auch sei, ob Spongebob nun homosexuell, asexuell oder einfach nur ein ganz normaler Schwamm ist, er bringt viele Menschen mit seinem vertrottelten Humor und seiner liebenswürdigen Naivität zum Lachen. Lustige Dialoge, die manches Mal für Verwirrung unter den Zuschauern sorgen, reichen aus, um den Menschen einen vergnügten Vorabend zu bereiten. Und eigentlich müssten wir in unser heutigen Gesellschaft auch so weit entwickelt sein, dass uns die Sexualität eines Schwamms nicht beschäftigen sollte. (sp)


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Online-Redaktion des Printmagazin Wildwechsel. Wildwechsel erscheint seit 1986 (Ausgabe Kassel/Marburg seit 1994). Auf Wildwechsel.de veröffntlichen wir ausgewählte Artikel der Printausgaben sowie Artikel die speziell für den Online-Auftritt geschrieben wurden.

  • Website: http://www.wildwechsel.de

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