Regiostar Januar 2002
Thomas Stellmach, der Trickfilm-Zauberer

thomas stellmach

Quest

Chicken Kiev


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Thomas Stellmach, einst Student an der Kasseler Hochschule für Bildende Künste (HBK), erzielte mit seinem Puppentrickfilm »Quest« den großen Durchbruch. Mehr als zwei Dutzend Preise erzielte der Film um einen einsamen Sandmann auf der Suche nach Wasser. Darunter die wichtigste Auszeichnung in der Filmwelt: der »Oscar«, den er 1996 entgegennehmen durfte.

tellmach wurde 1965 in Straubing geboren. Seine Lehrer bescheinigten ihm schon in der Volksschule "viel Phantasie". Bevor er sich am Gymnasium für Filmkunde entschied, hatte er schon eine Reihe von Preisen in Malerei und Grafik gewonnen. Kleinen Filme mit Titeln wie »Das letzte Blatt« oder »Lasst mich auch leben« entstanden schon vor der Studienzeit.

Er studierte ab den späten 80er Jahren bis 2000 an der HBK - der renommierten Kasseler "Hochschule für Bildende Künste". Seine Studienschwerpunkte waren Visuelle Kommunikation und Trickfilm. Die Hochschule hatte übrigens schon einmal »Oscar«-Preisträger hervorgebracht: 1990 wurden die Brüder Christoph und Wolfgang Lauenstein für den Trickfilm »Balance« ausgezeichnet. Auch der Film »Quest« entstand quasi im Duett: Gemeinsam mit seinem Mitstudenten Tyron Montgomery aus Wuppertal wurde das geniale Werk von Stellmach in Szene gesetzt. Drei Jahre arbeiteten die beiden an dem Film, bis er 1996 vollendet war.

Schon 1990 hatte Stellmach als Regisseur und Produzent des Films "Unkraut" die Zerstörung der Natur aus der Sicht einer Schnecke gezeigt. Der Film erhielt damals das Prädikat "Besonders wertvoll". Auch eder 1994 entstandene Film "Small Talk" unter Beteiligung von 2 Schauspielern und 12 Animatoren erhielt das Prädikat. und den Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis. Der dreißigsekündige Film "Old Super Lady" (1994) gewann den 1. Preis bei einem MTV-Wettbewerb.

1998 folgte ein Spot für die Lebenshilfe, der auf ein Bild des behinderten Künstlers Michael Hall zurückging. Für großes Aufsehen sorgte dann wieder »Chicken Kiev« (2000), der Abschlussfilm Stellmachs an der Kasseler Hochschule - eine Mischung aus Zeichentrick und Computer-Animation. Der Film zeigt mit schwarzem Humor den Überlebenskampf eines Kükens auf Futtersuche und kritisiert den rücksichtslosen Egoismus. Wie überhaupt Stellmachs Filme von der Mischung aus raffiniert eingesetztem technischem Knowhow und sozialem Engagement leben. Auch dieser Film erhielt zahlreiche Preise, u.a. den 2. Preis für den besten computerunterstützten Animationsfilm der renommierten World Animation Celebration in Los Angeles.

Eine wichtige Rolle in Stellmachs Filme spielt auch die Musik. Die Filmmusik zu seinem Oscar-gekrönten Film »Quest« stammte aus der Feder des Kasseler Ambientmusikers "der Spyra". Bei den meisten anderen Produktionen arbeitete Stellmach mit dem Kasseler Pianisten und Filmmusiker Till Mertens zusammen, Wildwechsel-Regiostar im Dezember 2001. (lj)