Regiostar September 2004
Rainer Schüttler, Silbermedaillen-Gewinner in Athen








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Im August bangte eine ganze Region erneut mit ihren Star: Rainer Schüttler, Tennisspieler aus Eppe bei Korbach, stand nach der Finale-Teilnahme beim Grandslam 2003 nun auch bei der Olympiade in Athen im Finale.

nd wieder reichte es nicht für den Sieg. Hatte der aufstrebende Sportler aus Eppe im letzten Jahr gegen Tennis-Topstar André Agassi verloren, so bissen sich nun er und Nicolas Kiefer - als Holzmindener ebenfalls ein "Regiostar" - an den Chilenen Fernando Gonzalez/Nicolas Massu die Zähne aus. Obwohl die im Einzel früh gescheiterten Kiefer und Schüttler, anders als ihre Gegner nach einem Ruhetag mit frischen Kräften ins Finale gingen, fanden sie bei ihrer Nachtschicht zunächst nicht den richtigen Rhythmus. Das Match hatte erst um 22:55 Uhr Ortszeit Zeit begonnen, weil Fernando Gonzalez im Kampf um Einzel-Bronze 3:25 Stunden gebraucht hatte, um Taylor Dent (USA) nieder zu ringen. Nicolas Massu war tags zuvor ins Einzel-Finale eingezogen. Doch die Chilenen bewiesen Durchhaltewillen und -kraft: Bis 2:39 Uhr wurde erbittert gekämpft, dann war klar, dass Gold an Chile geht.

Die beiden deutschen Tennishoffnungen, die gehofft hatten, den Erfolg des legendären Duos Stich/Becker in Barcelona zwölf Jahre zuvor zu wiederholen, gingen wie begossene Pudel vom Platz. Doch kein Grund zum Weinen: Inzwischen überwiegt bei beiden Sportlern der Stolz über den Silber-Erfolg bei Spielen, bei denen deutschen deutsche Medaillenerfolge alles andere als eine Selbstverständlichkeit waren.

So ein Erfolg kommt natürlich nicht über Nacht. Schüttler mischt seit Jahren weit vorne im deutschen Tennis mit, hatte bereits 1994 als Jugendlicher seine ersten Erfolge zu verzeichnen, spielte inzwischen auf den Plätzen und Turnieren der ganzen Welt: von Shanghai bis Casablanca, von St. Petersburg bis Atlanta.

Im Rahmen der Grand-Slam-Erfolge 2003 hatten führende TV-Sender erstmalig aus dem Korbacher Land berichtet, wo ein ganzes Dorf mit seinem Sportler bangte. Allerdings nicht immer ganz ohne ungewollte Stilblüten: Ein Team des Heute-Journals war nicht in der Lage, ein Ortsschild zu lesen. In einem ausführlichen Bericht, der Rainers Familie beim Verfolgen des Finaspiels zeigte, wurde der Heimatort Schüttlers mehrfach als "Eppen" bezeichnet. Da hatte wohl der Redakteur "Eppe" mit "Meppen" durcheinandergebracht.

Wir drücken die Daumen, dass wir noch viel von diesem Weltklasse-Sportler hören werden. Er möchte alles dafür tun, das betont er auf seiner Website: "Manche fürchten sicher, dass dieser Erfolg einmalig bleiben wird. Nun, es ist klar, dass ich das verhindern will.Ich bin jetzt erst so richtig heiss und werde hart arbeiten, um die Erfolge zu bestätigen. Und ich habe in dem Punkt den festen Glauben, dass ich das schaffen kann." (lj)

Links:
[ Schüttler-Homepage ]