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Das
klingt wie aus dem Märchen: "Just the way you are" - der Love-Song von
Milky erobert zur Zeit die englischen Charts. Und die Sängerin sieht genauso
aus, wie man sich das bei einer Romeo- und-Julia-Geschichte vorstellt,
jung, braungebrannt und mit einem ganz breiten Lächeln.
ilky hat auch allen Grund zum Lachen. Denn bis vor wenigen Wochen war
sie noch ein unbekannter Name in der englischen Musikszene. Aber seit
die Single erschienen ist, hört und sieht man Milky im Kinder-Kanal, im
Erwachsenen-Kanal, quasi überall. Vorläufiger Höhepunkt war der Auftritt
in einer der beliebtesten britischen TV-Shows "Top of the Pops".
Kaum zu glauben: der exotisch aussehende Nachwuchsstar kommt aus unserer
Ecke. Milky heißt eigentlich Sabrina Elahl und ist in Kassel aufgewachsen.
Nach dem Abitur ging sie nach London, um zu studieren. Eingeschrieben
hatte sie sich für Medien- und Kulturwissenschaften und das inzwischen
auch mit dem »Bachelor of Arts« (so was Ähnliches wie der Magister in
Deutschland) abgeschlossen. Danach wollte sie im Bereich Entertainment
arbeiten, irgendwas im Fernsehen. Aber im Moment dreht sich alles um Musik.
Der musikalische Erfolg kam eher zufällig und quasi über Nacht. Bei einem
Urlaub in Mailand im letzten Jahr lernte sie nämlich zwei Italiener kennen,
erst einmal ganz unverbindlich während einer Party. Erst später stellte
sich heraus, dass die zwei Musikproduzenten sind, die eine Sängerin für
einen schon fertigen Hit suchten. Sabrina sang vor - und die beiden Producer
waren begeistert. Auch wenn Sabrina bis dahin eher für sich privat gesungen
hat - geträumt hat sie schon lange von einer Karriere vor der Kamera,
aber eher als Moderatorin oder etwas in der Art. Da hatte sie auch zu
Hause in Kassel schon ein bisschen Erfahrung gesammelt. Vielleicht hat
das ja mitgeholfen, den richtigen Eindruck zu machen.
Von dem ersten Probesingen an ging es jedenfalls steil nach oben: Demo-Band,
dann Aufnahmen bei Multiply Records, einem Ableger von Telstar, und dann
kam die CD auf den Markt. Schon wenige Wochen nach dem Erscheinen der
Single stürmte sie bis unter die Top Ten der englischen Charts. Und das
war dann auch die Eintrittskarte für einen Auftritt in der beliebten TV-Show
»Top of the Pops«. Sie stand mit 11 Tänzern auf der Bühne - ein Wahnsinnsgefühl,
wie Milky sagt. Seitdem jagt ein Pressetermin den nächsten, und auch musikalisch
ist natürlich einiges im Gang. Für den Herbst ist eine neue Single geplant.
Langfristig soll ein Album herauskommen. Wann das sein soll, steht noch
nicht genau fest. Aber Sabrina Elahl arbeitet intensiv daran. Mit ihren
erst 22 Jahren ist sie also ein echter Shooting Star. Swinging Milky in
Swinging London. Für Sabrina Elahl läuft es im Moment nach Wunsch. (si)
Ww: Milky, Wie kommt es eigentlich zu dem Namen? Milky: Milky,
weil ich so gerne Eis esse, Milcheis. Das ist auch sonst so mein Spitzname
Den hatte ich auch schon vorher. Ww: Und wie kam es zu der Musikkkarierre?
Hast Du immer schon Musik gemacht?
Milky : Nein, eigentlich nicht. Mein Interesse lag eher im Entertainmentbereich,
Fernsehen und so. In der Richtung habe ich vorher auch schon Erfahrungen
gesammelt. Ich habe beim Offenen Kanal in Kassel gearbeitet. Und ansonsten
Bauchtanz gemacht. Gesungen habe ich eher hobbymäßig nur für mich.
Ww: Die Entwicklung kam also ein bisschen überraschend ?
Milky: Ja, eigentlich bin ich zum Studium nach England gegangen.
Ich habe Medien- und Kulturwissenschaften studiert. Und da bot sich London
natürlich an. Das war für mich die Hauptstadt Europas im Unterhaltungs-
und Fernsehbereich. Außerdem geht das Studium hier schneller als in Deutschland.
Ich bin jetzt schon nach drei Jahren Bachelor of Arts.
Ww: Und wie lief die Zeit in London so?
Milky: Am Anfang war das nicht so einfach. Das ist schon ziemlich
viel Druck. Viele sind dann auch schon nach einigen Wochen abgereist.
Aber nach einigen Wochen oder Monaten, wenn man sich so ein bisschen durchgebissen
hat, geht es. Und spätestens nach einem Jahr ist man dann drin. Außerdem
muss sich natürlich erst an die Sprache gewöhnen. Ein Studium in einer
fremden Sprache, das ist nicht ohne. Ich wollte aber gerne eine Fremdsprache
richtig lernen.
Ww: Bist Du noch von zuhause schon fremde Sprachen gewöhnt?
Milky: Ja, schon. Mit meinem Vater, der aus Ägypten kommt, spreche
ich Arabisch. Also, er spricht arabisch und ich antworte auf Deutsch.
Mit meiner Mutter aber spreche ich eigentlich nur Deutsch.
Ww: Und wie ist das jetzt für Dich, wenn du nach Deutschland kommst?
Milky: In den ersten Tagen ist es immer richtig schwer, sich umzustellen.
Da fehlen einem wirklich die Worte. Das ist in beiden Richtungen so. Wenn
ich nach Deutschland komme, suche ich deutsche Worte, wenn ich nach England
komme, muss ich mich erst wieder auf Englisch einstellen.
Ww: Bist Du denn überhaupt noch in Deutschland?
Milky: Ja, sehr gerne. Es ist so schön grün da, irgendwie netter
und freundlicher. London ist manchmal schon etwas hektisch und laut, und
natürlich auch teuer. Außerdem wirkt es hier manchmal ein bisschen arrogant,
wie das eben bei Großstädten eben so ist. Abgesehen davon ist es natürlich
auch super, sehr aufregend und vibrierend. Es hat halt seine Vor- und
Nachteile. Aber im Moment komme ich natürlich weniger nach Deutschland
als noch während des Studiums. Da war ich eigentlich immer während der
Semesterferien da.
Ww: Dann sehen Dich Deine Eltern also selten? Wie finden die das
alles denn überhaupt?
Milky: Die finden es natürlich toll, dass ich im Moment Erfolg
habe. Und Familie habe ich auch ein bisschen in London. Meine ältere Schwester
hat hier auch studiert, Arabisch und Geschichte des Mittleren Ostens.
Sie möchte was in Richtung Journalismus machen.
Ww: Und was ist für Deine Zukunft geplant?
Milky: Ja, im Herbst soll, wie gesagt, die neue Single rauskommen
und längerfristig ist ein Album geplant. Damit habe ich erst mal zu tun.
Außerdem will ich natürlich auch gerne in Deutschland bekannt werden.
Ww: Viel Erfolg also für Deine weiteren Pläne und herzlichen Dank
für das Gespräch.
(Das Interview
führte Sigrid Schonlau am 16.9.2002)
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