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Oktober 2001 Christoph Batter , der Überlebenskünstler |
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"Gestrandet"
heißt es in RTL 2: Der Überlebenskampf auf einer einsamen Insel
wird simuliert. Sengende Sonne, kaum Trinkwasser, die Nahrung muss selbst
gesucht werden: ein Leben wie Robinson Crusoe? Nicht ganz: Es gilt auch
das "Big-Brother"-Regelement: Jede Woche wird "gevotet",
wer weg muss. Der letzte "Überlebende" bekommt 100.000
DM. Christoph Batter aus Kassel war 30 Tage lang dabei. Lange war Funkstille. Dann kam plötzlich ein Anruf: Ob er sich vorstellen könne, bei "Gestrandet" mitzumachen? Klar, warum nicht. Noch mehrfach riefen die Spezis der Produktionsfirma "Prisma" an - "zu den unmöglichsten Zeiten" -, um den Kandidaten schon am Telefon abzuchecken. Dann wurde er zum Casting eingeladen. Zu den Testritualen gehörten mündliche und schriftliche Befragungen, aber auch ein freies Agieren vor der Kamera. "Hier habe ich sie überzeugt," meint Batter. Eine halbe Stunde war vorgegeben, der Kandidat geriet aber so in Fahrt, dass er eineinhalb Stunden agierte. Offenbar war's so spannend, dass die Crew gar nicht merkte, wie die Zeit verflog. Als Batter dann auch noch eine der ihm offerierten Maden aß, war die Sache perfekt. "Erst wollte ich sie ganz runterschlucken, doch dann stellte ich mir vor, sie könnten sich im Körper vermehren und dann biss ich ihr den Kopf ab. Schmeckte gut - so ein bisschen nach Walnuss," betonte Batter im Gespräch mit dem Wildwechsel. Als einer von ursprünglich 6000 Bewerbern kam er ans Ziel: Batter wurde als Ersatzkandidat nominiert. Da bereits in der ersten Woche 8 von 14 Kandidaten das Handtuch warfen, saß er schon bald im Flieger. So schön die Südsee-Insel in der Nähe von Panama war, seine Erwartungen, sich in einer Gemeinschaft mit den Naturgewalten zu messen und damit nebenbei auch noch Werbung für seine STEP-Projekte zu machen, erfüllten sich nicht. Der lebens-erfahrene 41-jährige traf hauptsächlich auf "Konsum-Kids", die sich nach Snickers und Mamas Kochtopf sehnten. Sein Versuch, in Gruppengesprächen verbindliche Regeln des Zusammenlebens zu finden, stießen auf Unverständnis. Seine Essensbeschaffungsmaßnahmen (Kokosnüsse und Fisch) wurden gerne entgegengenommen, Dank oder Unterstützung gab es dafür nicht. Die Natur wurde als Feind betrachtet, gemeinsame Kreativität wurde nicht entwickelt. Als Batter schließlich merkte, dass er immer stärker selber
in den kleinlichen Konkurrenzkampf und das Taktieren hineingezogen wurde,
warf er das Handtuch. Nach 30 Tagen verließ er freiwillig die Insel.
Wenn auch der Traum vom großen Robinson-Erlebnis genauso verflog
wie der Gedanke an die 100.000 DM - der Kasseler fühlt sich durch
die Erfahrung bereichert. Schon allein die Konfrontation mit den eigenen
Grenzen und (Un-)Möglichkeiten hat ihn ein ganzes Stück "realitätstüchtiger"
gemacht. (lj) |
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