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FURY
IN THE SLAUGHTERHOUSE
The Hearing And The Sense Of Balance
spv
Mit 12 neuen Songs präsentieren sich FURY I.T.S. Endlich wieder
in Guter Form. In dem ansprechenden Papp-Cover verbergen sich melodische
Stücke, die zwar etwas kommerzieller als früher klingen,
dafür aber umso eingängiger sind - viel Schräges ist
da nicht mehr dabei. Der Gehörgang in variierter Gestaltung auf
dem Cover und im Inlet ist wohl symbolisch zu verstehen, denn die
Musik geht wirklich ins Ohr - nicht unbedingt zum Tanzen, aber ideal
als unaufdringliche Hinter grundmusik. Wer hinter dem Titel »Hang
The DJ« eine Coverversion von THE SMITHS erwartet, wird wohl
enttäuscht sein, denn außer dem Namen haben die Songs nicht
viel gemeinsam. Dafür gestehen die Jungs aber: "THE POLICE is
the only kind of police we like". »Next To You« ist ziemlich
gut gespielt, Stings Stimme zu imitieren klappte aber nicht so gut,
wodurch das Stück doch etwas von dem alten Zauber verliert. »Dancing
In The Sunshine Of The Dark« ist mit 5:07 min. nicht nur längster
Song, sondern auch als Auskopplung erhältlich - es ist allerdings
nicht unbedingt das Highlight der Platte. Ein besonderes Bonbon für
alle, die sich die Texte gern durchlesen: Unter jedem Song steht eine
Widmung, Warnung, Aufforderung oder Lebensweisheit der Furies. »Rainy
April Day« ist zum Beispiel eine traurige Widmung an Kurt Cobains
Tochter Frances Bean Cobain. Leider haben uns die Jungs all ihre Gedanken
in englisch mit auf den Weg gegeben - warum nur?! (sh)
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FUDGE
TUNNEL
Creep Diets
RTD
Fudge Tunnels Debüt Album "Hate Songs in E Minor" wird oft mit
Nirvanas "Bleach" verglichen und das auch nicht zu Unrecht, doch schon
damals machten Fudge Tunnel klar, das es mit einfachem Grunge nicht
getan ist. Das ganze war doch wesentlich härter und, der Name
ist Programm, Hasserfüllter. Mit der neuen LP verhält es
sich ähnlich wie von Nirvanas"Bleach" zu "Nevermind", die Scheibe
ist etwas harmloser geworden, in diesem Fall heißt das etwas
weniger Death mäßig. Trotzdem, Fudge Tunnel schmieren den
Grunge mit ihren megatonnen schwerem Gitarrenlärm einfach in
die Fuge, aber leider nicht mehr so intensiv wie beim ersten mal.
Das ganze klingt, für meine Ohren, etwas schlapp, hat Längen.
Irgentwie haben sich die Jungs zu sehr am Erfolg Nirvanas orientiert.Grunge
und Nirvanafans sollten dem Album trotzdem Gehör schenken, aber
nicht erschrecken.
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FANTASYY FACTORYY
Ode To Life
Ohrwaschl Rec.
Hendrix wird nie sterben. Zu groß war sein Einfluß auf
die Rockszene! Auch bei den Paderborner Psychedelic-Rockern von
FANTASYY FACTORYY hat das Gitarrengenie seine Spuren hinterlassen
- große Spuren: "Watching You" könnte spieltechnisch
wahr lich aus Jimis flinken Fingern stammen. Soll aber noch lange
nicht heißen, daß "Ode To Life" ein weiterer Hendrix-Abklatsch
ist. Das in den Londoner Sun Dial Studios aufgenommene Album entpuppt
sich als eine interessante Psychedelic-Scheibe. Fans dieser Spartenmusik
dürfte es auf jeden Fall ein Aufhorchen wert sein, auch Liebhaber
von Pink Floyd aus früheren Tagen sollten ihm ruhig mal ein
Ohr leihen ("Spooky"). Einziges Manko: der Gesang Alan Teppers ist
stellenweise doch gewöhnungsbedürftig. (hs)
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FEAR FACTORY
Soul Of A New Machine
Roadrunner
Hölle, Hölle die "Angst Fabrik" macht ihrem Namen alle
Ehre, die Double Base drückt dich an die Wand, die Gitarren
fräsen sich gnadenlos den Weg frei, der verzehrte Bass bohrt
sich ins Schmerzzentrum, und die Hasserfüllte Stimme von Burton
C. Bell (Dry Lung Vocal Matyr, sagt das Cover) gibt zu denken: "Every
25 Seconds someone is brutally violated", doch dann schwebende Sounds,
langsame Grooves und Mr Bell zeigt sein anderes Gesicht, eine Engelsgleiche
Stimme! Hat man sich gerade auf die unverhofften Harmonien eingelassen,
gibts gleich Rache, mitten im Abschweben trifft einen die Double
Bass wie Atllerie in die Fresse. Was die vier Jungs aus ihren (mit
bedacht) total verstimmten Instrumenten rausholen ist wohl die härteste
und brutalste Musik die es zur Zeit gibt, aber die immer wieder
eingeschobenen spährischen Parts (einfach genial) zeigen das
die vier auch anders können. Kaufen! (Übrigens, ende April
bringen Fear Factory eine 5 Track Mini-CD, mit 5 hammerharten Dancefloor
Titeln, kanns kaum erwarten)
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FRANK BLACK
The cult of Ray
Sony Music
Welch exzellentes Werk! Der Ex-Pixies-Frontman Frank Black hat sein
zweites Solo- Album vorgelegt - und überzeugt mit einer sägenden
Mischung aus frühem Punk, post modernen Independent und progressiven
Metal. Kühn konstruiert und dennoch mit einer ungestümen
Extremität schleppen sich 13 Songs dahin, die ganz im Zeichen
der straighten und starken Vocals von Frank Black stehen. Aufreizend
langsam zerbröseln anfangs die Akkorde, um dann in einen stoisch-wilden
Gitarren-Sound zu verfallen - beispielsweise bei »Kicked in
the taco«. Nicht genug: die ruhigen Songs auf dem Album (»The
creature craling«, »I don't want to hurt you«) sind
so wunderschön egozentrisch, daß sie schon fast Ruhe
und Entrücktheit ausstrahlen. Ein Album, das mal butterweich,
dann wieder steinhart ist. Mit Finesse gebastelte Arrangements zeigen
Reife statt Lärm, die Songs sind geprägt von dem spontanten
und scheinbar unfertigen Charme eines schrammeligen Garagen-Rocks.
Turn up the volume! (tl)
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FRANK
ZAPPA
The Yellow Shark
Intercord
Lang haben wir diskutiert: Ist ZAPPA jetzt ein Spinner, der sich ein
Denkmal setzen will, oder ist er ein Genie? Ich plädiere für
letzteres, denn was ZAPPA auf "The Yellow Shark" zusammen mit dem
renommierten ENSEMBLE MODERN präsentiert, mag zwar sperrig klingen
und unbedarfte Hörer zunächst einmal verschrecken, offenbart
aber ein tiefes, mit Humor gesegnetes Verständnis für Musik.
Die virtuos-komplexe Komposition ist polystilistisch, ein erkenntnisreicher
Trip durch die musikalische Gegenwartskultur, die schwanger geht mit
den Traditionen europäischer und amerikanischer Musik. »The
Yellow Shark« zu hören bedeutet Arbeit für den Kopf,
jedoch ohne die klassische Anstrengung und Mühe. Man lauscht
ZAPPAs Geschichten voller Interesse, verfällt launischen Tempo-
und Themenwechseln und sucht sich ein harmonisches Ende, bis man,
bedingt durch den einsetzenden Beifall, aus allen Wolken fällt.
"The Yellow Shark" offenbart nicht nur ZAPPAs kompositorisches Talent,
sondern zeigt einmal mehr das ungemeine Können des ENSEMBLE MODERN,
dem es trotz aller technischen Schwierigkeiten gelingt, die Musik
sehr emotional zu interpretieren. (ce)
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FRED
FRITH
String Quartets
RecRec
Seit FRED FRITH Anfang der achtziger Jahre auf der Bildfläche
der Avantgarde aufgetaucht ist, hat er an unzähligen Projekten
unterschiedlichster Couleur mitgearbeitet. Koryphäen wie John
Zorn begleitete er in seinem Schaffen ebenso, wie er Rocktheater mit
40 arbeitslosen Musikern organisierte (Helter Skelter). Er ist ein
postmoderner Musiker im besten Sinne, versteht es, in verschiedenen
Stilen souverän zu wirken. Mit solchem Können gesegnet liegt
es nicht fern, sich ans Komponieren zu wagen (bringt ja auch 'ne Menge
Reputationen). Frith komponierte insgesamt 20 "Stücke", zehn
für ein Streichquartett und zehn für ein Gitarrenquartett,
in dem Frith selbst mitspielt. Auf der CD machen die Stücke des
Streichquartetts den Anfang, ein Auf und Ab von Melodien und Noises,
mal spannend, mal enervierend, Spezialisten des Genres sollten mal
ein Ohr riskieren. Die zweite Hälfte der CD nimmt das Gitarrenquartett
ein, und dieser Teil begeistert mich immer wieder. Hier werden die
vielfältigen Klangnuancen der E-Gitarre in einen spannenden Klangkörper
verwandelt. Stimmungsvoll und überraschend, zwischen zarten Melodien
und gewaltigem Krach (in kleinen Dosen) bewegt sich das Quartett spielerisch.
Fans von Sonic Youth und Artverwandten ist diese Scheibe wärmstens
zu empfehlen. (ce)
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FRIGG
Dönerfressing Woman
99 Records
Ist der Titel nun politisch korrekt oder nicht, was ist das überhaupt
für 'ne Platte aus Berlin von 'ner Band namens FRIGG - obendrein
mit Klarinette, Cello, Bass, Schlagzeug und Gitarre? Schenkt man,
dem Titel zum Trotz, »Dönerfressing Woman« das Ohr,
so wird man, nicht gerade schmerzlos, mit Jazz-Rock konfrontiert.
Nein, nicht dieser abgegriffene Dudel-Jazz-Rock aus den 70ern, der
heute allenfalls noch für die Kaufhausberieselung brauchbar ist.
Eher eine rockigere Variante von New Yorker Avantgarde Jazz, überzeugend,
montiert aus John Zorn, Bill Frisell und ECM-Jazz à la Gabarek,
John Abercrombie und Paul Montain. Eine Schnittmenge also, aus allem,
was in den 80ern gut und teuer war und in den 90ern hochgelobt wird.
Von Plagiat muß keine Rede sein, auch wenn sich schnell Assoziationen
zu genannten Musikern einstellen. Es ist erfrischend und rockig, was
FRIGG da zaubern, ein wenig gitarrenlastig vielleicht. Das mag den
Jazzer stören. (Grunge-)Rock-Freunden fällt es dafür
wahrscheinlich um so leichter, mit »Dönerfressing Woman«
ihren Horizont zu erweitern. (ce)
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FRONT
242
Live Code
Play It Again Sam Records
Im ersten Moment ist die Vorstellung etwas seltsam, die doch eher
sterilen Klänge von 242 mit Liveatmosphäre zu verbinden,
aber die Stimmung kommt gut rüber und ist absolut unaufdringlich.
Nicht das Publikum steht im Vordergrund, wie bei so manch anderem
Live-Album, sondern einzig und allein die Musik. Für Freunde
melodiöser eingängiger Musik wird »Live Code«
wahrscheinlich ziemlich schnell nervend und so aufdringlich wie die
grellgelbe Hülle werden. Aber gerade der treibende, aggressive
Sound macht FRONT 242 aus. Bei genügender Lautstärke packt
es einen. Am Besten macht man dann nur noch die Augen zu und läßt
sich von der Musik schütteln. »Live Code« hat das Potential,
einen in Trance zu versetzen. Wenn man sich erstmal darauf einläßt,
kann man sicher auch als Nicht- Fan den Zugang finden. Vor allem die
Intros sind teilweise ziemlich geil - trancig, sphärisch, spacig.
Die völlig unsphärische Stimme des FRONT-Frontmanns ist
allerdings ein krasser Gegensatz dazu und führt das Ganze wieder
in eine völlig andere Richtung. Strange. (sh)
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