|
A B
C D
E F
G H
I J
K L
M N
O P
Q R
S T
U V
W X
Y Z
Die Plattenkritiken von A - Z sind noch im Aufbau. Bis
jetzt sind nur die Buchstaben A bis F verfügbar. Zur Auswahl einfach
auf den gesuchten Buchstaben oben klicken.
| |
ERIC CLAPTON
Live: One More Car - One More Rider
(Wea)
Wollen wir hoffen, dass er sein Versprechen nicht hält, keine Tourneen
mehr zu bestreiten. Denn die vorliegende Do-Live-CD beweist Mr.
Slowhands Bühnenpräsenz sogar noch im heimischen Wohnzimmer. Von
den neueren Songs bis zu Klassikern, von den Rockern über den Blues
bis zum Pop. Lohnt sich! (hs)
|
| |
EARTH
Earth 2
Subpop
Einige werden austöhnen, wenn sie sehen, daß EARTH auf
Subpop erscheint. Doch aufgepaßt: EARTH entsprechen nicht
unbedingt dem, was man von Subpop gewöhnnt ist, ihre Musik
ist kein Grunge und auch kein Retro-Rock. Dennoch gehört die
Band auf Subpop, weil sie kompromißlos die Stimmung erzeugt,
die Subpop und den Seattle- Sound prägen: dichte, düstere
regen- und smogverhangene Melancholie und Klaustrophobie, kompromißlos
und gnadenlos. Das fängt schon bei der Besetzung der Band an
- EARTH bestehen aus einem Gitarristen und einem Bassisten, deren
Maxime lautet: so langsam wie möglich spielen. Earth, das ist
ein dichtes, fettes schleichendes Feedback-Dröhnen, das entsteht,
wenn Speedmetalriffs bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, so langsam
wie möglich gespielt werden. Die 73 Minuten lange CD besteht
aus drei Stücken, bei jedem Stück werden weniger Töne
benutzt, der letzte Song besteht aus nur einem dichten klaustrophobisch
dröhnendem Ton, der sich zwanzig Minuten lang in jede Ritze
drückt. "Earth" ist eine Stimmungsmaschine, die keine Ausetzer
kennt, stoisch weiter arbeitet...(ce)
|
 |
EARTH
NATION
Terra Incognita
Eye-Q Records
Der Frankfurter Ralf Hildenbeutel, der vor allem mit seinen Produktionen
für Sven Väth Erfolge feierte, veröffentlicht nun den
zweiten Longplayer seines Projektes EARTH NATION. Im Gegensatz zum
Ersten wird hier fast völlig auf Gesang und ausgefallene musikalische
Experimente verzichtet und ein reines, zum Tanzen mitreißendes
Techno- Album präsentiert. Entgegen dem im Trend liegenden Minimalismus
ist es allerdings äu ßerst aufwendig produziert. Mit immer
wieder übereinandergelegten sphärischen Klängen und
mitreißenden Rhythmuselementen werden komplexe, oft bombastisch
wirkende Spannungsbögen erzeugt, die zwar den sagenumwobenen
Trance-Effekt beim Tanzen eventuell eintreten lassen, zu Hause hingegen
aber schnell "totgehört" werden könnten. (md)
|
| |
EINHEIT,
BRÖTZMANN
Merry Christmas
RTD
Zwei avantgarde Koryphäen beim Versuch zu musiziren, irgendwie
über meinem Horizont, bzw. nichts geworden, einige Sounds für
sich sind interessant, die Songs an sich unhörbar, da Krach,
dem Koordination fehlt (danke Andy), der nicht fließt oder
fesselt, sondern vor sich hin mutiert, ohne Sinn, und Struktur,
der interessante Namen hat, vielleicht das eine oder andere Aha
oder Oho provoziert, irgendwie nervt und langweilt und kein Ende
findet, genau wie dieser Satz.
|
 |
ELOY
Chronicles I
spv
ELOY verbanden verträumten Synthie-Rock vom Schlage PINK FLOYD
mit der ganzen Schwere der deutschen Seele. Sie waren geradezu die
idealtypischen Exponenten von dem, was man nicht immer besonders
freundlich gemeint als "Kraut-Rock" bezeichnete. ELOY hatten damit
aber im Gegensatz zu vielen Kollegen Ende der siebziger Jahre auch
auf internationalem Terrain beachtliche Erfolge. Rund 2 Millionen
Mal gingen ihre Alben mit so ehrfurchtsgebietenden Titeln wie »Silent
Cries And Mighty Echoes«, »Ocean« oder »Time
To Turn« über den Verkaufstisch. Da im Moment wehmütig
auf die Siebziger zurückgeblickt wird und die Aufnahmetechnik
das Recyclen alter Aufnahmen in digitaler Klangqualität möglich
macht, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich Bornemann
& Co. ihrer Sternstunden erinnerten. Nun kommen sie also, die
»Chronicles« - ausgedehnte Epen im Stil der guten alten
Zeit knallen und schwimmen im Sound der neuen aus den Boxen. Nostalgikern
sei die geschmackvoll zusammengestellte Chronik durchaus ans Herz
gelegt. Wer diese Musikrichtung allerdings wirklich liebt, ist mit
den wesentlich originelleren und spieltechnisch brillanteren Frühwerken
von YES, FLOYD und GENESIS weit besser bedient. Die ganz Hartgesottenen
können sich schon auf »Chronicles II« freuen, die
mit Sicherheit folgen soll. (lj)
|
| |
ENERGY
ORCHARD
Shinola
Essential Records
ENERGY ORCHARD aus Irland haben sich dem handfesten Blues-Rock verschrieben.
Kennzeichnend für die Band sind der virtuose Gitarrist Paul
Toner, die rauchige Stimme von Bap Kennedy sowie die überall
zu findenden Hammond-Sounds des Keyborders Kevin Breslin. Während
die Mid-Tempo Songs eher unauffällig sind, gehen das schnelle
»Atlantic City« und die Ballade »In My Room«
mit Background-Chor ins Ohr. Absolute Highlights der Scheibe sind
jedoch die Irish Folk-Stücke »The Star Of The County Down«
und »I`m No Angel«, wo E.O. ihre irische Heimat offenbaren.
Der Klang der Platte ist an sich o.k., stellenweise hätte er
ein bißchen dynamischer ausfallen können. Alles in allem
aber eine überaus empfehlenswerte Platte. (mr)
|
| |
ENIGMA
The Cross Of Changes
Virgin
Sicherlich wird vielen noch das erste Enigma-Album mit seiner besinnlichen
Gregorianik in Erinnerung sein. Immerhin verkaufte der clevere Klangzauberer
Michael Cretu von dieser Scheibe weltweit über sieben Millionen
Exemplare. Nun folgt mit "The Cross Of The Changes" Teil 2 der schier
unendlichen Erfolgsgeschichte. Besonders deutlich wird auf dem neuen
Werk der Einfluß der Bombast-Veteranen Pink Floyd, was aber
nicht negativ zu hören ist. Ebenfalls kommt ganz deutlich heraus,
daß Cretu einen offensichtlichen Hang zur Mystik hat. Zwar hat
der Musiker diesmal nicht die Gregorianik geplündert, doch bedienen
sich die Texte samt und sonders der Esoterik und teilweise auch der
Religion. Neben mittelalterlichen Motiven finden sich auf dem Album
auch einige hörenswerte Elemente aus dem Bereich der ethnischen
Musik. Der ein oder andere Titel wird mit ziemlicher Sicherheit wieder
in den Charts auftauchen. Denn Cretu hat es geschafft, Klang-Collagen
aus sphärischen Tönen und aktuellen Dance-Grooves homogen
zu mischen. (jü)
|
| |
ERASURE
I Say, I Say, I Say
Intercord
...und wieder der Beweis, wie wichtig Strom aus der Steckdose ist.
Andy Bell und Vince Clarke knüpfen an ihre bekannte Disco-Tradition
an. Der Computer ist und bleibt eben ihr liebstes Instrument!!!
|
| |
ERIC
BURDON & BRIAN AUGER BAND
Access all Areas - live
spv
Nachdem der Ex-Animals-/War-Boß und Mr. 60's-Organ zueinandergefunden
hatten, war es nur eine Frage der Zeit, daß dieses Ereignis
auf CD dokumentiert werden mußte. Hier kommt die Doppel-CD der
beiden alten Herren mit Live-Aufnahmen vom zurückliegenden Sommer.
Da sind sie wieder, die zeitlosen Klassiker: "When I Was Young", "Tobacco
Road", "River Deep Mountain High", "Spill The Wine" - und natürlich
das unvermeidliche "House Of The Rising Sun" (in 11-MinutenVersion,
mit 2-minütigem Gitarren-Intro). Ehrlich gesagt stelle ich es
mir ja etwas trist vor, jahrzehntelang die selben alten Schinken hoch-
und runterdudeln zu müssen. Während Brians Finger allerdings
gelenkig und virtuos wie eh und je die Läufe heruntersprudeln
und den manchmal etwas monoton-klobigen Songs Burdons einen jazzigen
Kick verpassen, kann der Meister selbst die Jahre nicht mehr verleugnen.
Einst klang er wie ein Jagger mit tiefschwarzem Timbre. Sicher, irgendwie
hat er noch den Blues, aber es klingt nur noch traurig und abgefuckt
- heute glaubt man kaum noch, daß das strahlende Timbre seiner
Stimme die Lautsprecher zum Strahlen und die Herzen zum Schmelzen
bringen konnte. Da nützt es auch nichts, daß er ab und
zu auf Louis Armstrong macht. Wer allerdings bis zum Schluß
durchhält, wird mit einer funkig angehauchten Studio-Version
des Working-Blues-Klassikers "Sixteen Tons" entschädigt, bei
der Eric noch einmal fast zur alten Form aufläuft. Erwähnt
werden muß auch noch die originelle, ja skurrile Reggae-Version
von "Don't let me be missunderstood". Ansonsten: aufgewärmte
Hausmannskost! (lj)
|
 |
ERIC
CLAPTON
From The Cradle
Reprise Records
Nach »Unplugged« hätte man es ja eigentlich ahnen können...
Aber welcher noch so eingefleischte Clapton-Kenner, bitte, hätte
vorauszusagen gewagt, daß Mister Slowhand je den Mut zu einer
derartigen Konsequenz aufbringt: rückhaltlose Rückkehr zur
Wiege des Blues... - nichts weniger mutet uns der Gitarrengott mit
seiner neusten Platte zu: 16 verstaubte Blues-Titel, darunter keiner
von Clapton selbst geschrieben - das ist schon, was man eine ausgewachsene
Sensation nennen darf. Eine Huldigung an den Blues mitten in den Techno-90ern,
die mich fassungslos mit der Frage zurückläßt, welche
Überraschung uns die lebende Rocklegende das nächste Mal
servieren wird. Zur Platte selbst: Das Konzept, bei den Aufnahmen
weitestgehend auf Overdubs oder Gesampeltes zu verzichten, also alles
mit der Band in einem Durchgang - sozusagen "live" - einzuspielen,
verleiht dem Blues den notwendigen "dreckigen" Sound, der dem Swing
und dem Feeling der meisten Bluesnummern am ehesten gerecht wird.
Erstaunlich, was Clapton dabei selbst so abgelutschten Blues-Klassikern
wie »Hoochie Coochie Man« oder Dixons »Groaning the
Blues« abzugewinnen vermag, besonders was seinen früher
vielgescholtenen Gesang betrifft. Freilich werden bei 16 Bluestiteln
in Folge selbst die Hörgewohnheiten des gutwilligsten Hörers
arg strapaziert. Bin gespannt, wie die CD in den Charts abschneidet.
Nach dem Tode von Alexis Korner ist Clapton mit diesem Album jedenfalls
vorerst erster Anwärter auf den Erbtitel "King of the Blues".
(pw)
|
| |
EXUMA
Do Wah Nanny/Snake/Reincarnation/Life
Buddah Rec./Castle Communication
Bei Castle Communication-Deutschland sind jetzt vier Platten der afroamerikanischen
Percussionband EXUMA erschienen, die Anfang der 70er Jahre bei Buddah/Kama
Sutra-Records
erstveröffentlicht wurden. Obwohl beispielsweise Do Wah Nanny/'71
ihre meistverkauften LPs in Venezuela waren, handelt es sich hier
nicht um EXUMA's stärksten Scheiben, die unter "Obeah Man" Tony
McKay entstanden. Der Erstling "EXUMA" und der Nachfolger II, beide
bei Mercury erschienen, werden dagegen auch heute noch in einem Atemzug
mit den besten und auffälligsten Platten der 70ger genannt. Außer,
daß ich diesen CD-Veröffentlichungen schon lange entgegengefiebert
habe, zähle ich diese Platten immer noch zu den schönsten
aus den Anfängen dessen, was heute unter "Weltbeat" kursiert.
Vielleicht erwacht man ja bei Mercury auch noch. (om)
|
| |
EYEHATEGOD
Take As Needed For Pain
spv
Ziemlich langweiliger doomiger Aufguß des ersten Werks. Industrial
und Hardcore - Zeichen unserer Zeit -hielten auch hier Einzug in die
spannungslosen, teils tristen Kom positionen einer Band ohne Format.
|
Gefällt Dir unser Service?
Mail an: echo@wildwechsel.de
Möchtest Du auch Kritiken veröffentlichen, dann schick uns ein
Beispiel, wir melden uns wenn es uns gefällt!
Mail an: records@wildwechsel.de
|