Letzte Aktualisierung: 13 November, 2002


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Die Plattenkritiken von A - Z sind noch im Aufbau. Bis jetzt sind nur die Buchstaben A bis F verfügbar. Zur Auswahl einfach auf den gesuchten Buchstaben oben klicken.
 

ERIC CLAPTON
Live: One More Car - One More Rider
(Wea)

Wollen wir hoffen, dass er sein Versprechen nicht hält, keine Tourneen mehr zu bestreiten. Denn die vorliegende Do-Live-CD beweist Mr. Slowhands Bühnenpräsenz sogar noch im heimischen Wohnzimmer. Von den neueren Songs bis zu Klassikern, von den Rockern über den Blues bis zum Pop. Lohnt sich! (hs)



 

EARTH
Earth 2

Subpop
Einige werden austöhnen, wenn sie sehen, daß EARTH auf Subpop erscheint. Doch aufgepaßt: EARTH entsprechen nicht unbedingt dem, was man von Subpop gewöhnnt ist, ihre Musik ist kein Grunge und auch kein Retro-Rock. Dennoch gehört die Band auf Subpop, weil sie kompromißlos die Stimmung erzeugt, die Subpop und den Seattle- Sound prägen: dichte, düstere regen- und smogverhangene Melancholie und Klaustrophobie, kompromißlos und gnadenlos. Das fängt schon bei der Besetzung der Band an - EARTH bestehen aus einem Gitarristen und einem Bassisten, deren Maxime lautet: so langsam wie möglich spielen. Earth, das ist ein dichtes, fettes schleichendes Feedback-Dröhnen, das entsteht, wenn Speedmetalriffs bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, so langsam wie möglich gespielt werden. Die 73 Minuten lange CD besteht aus drei Stücken, bei jedem Stück werden weniger Töne benutzt, der letzte Song besteht aus nur einem dichten klaustrophobisch dröhnendem Ton, der sich zwanzig Minuten lang in jede Ritze drückt. "Earth" ist eine Stimmungsmaschine, die keine Ausetzer kennt, stoisch weiter arbeitet...(ce)


EARTH NATION
Terra Incognita
Eye-Q Records

Der Frankfurter Ralf Hildenbeutel, der vor allem mit seinen Produktionen für Sven Väth Erfolge feierte, veröffentlicht nun den zweiten Longplayer seines Projektes EARTH NATION. Im Gegensatz zum Ersten wird hier fast völlig auf Gesang und ausgefallene musikalische Experimente verzichtet und ein reines, zum Tanzen mitreißendes Techno- Album präsentiert. Entgegen dem im Trend liegenden Minimalismus ist es allerdings äu ßerst aufwendig produziert. Mit immer wieder übereinandergelegten sphärischen Klängen und mitreißenden Rhythmuselementen werden komplexe, oft bombastisch wirkende Spannungsbögen erzeugt, die zwar den sagenumwobenen Trance-Effekt beim Tanzen eventuell eintreten lassen, zu Hause hingegen aber schnell "totgehört" werden könnten. (md)

 

EINHEIT, BRÖTZMANN
Merry Christmas
RTD

Zwei avantgarde Koryphäen beim Versuch zu musiziren, irgendwie über meinem Horizont, bzw. nichts geworden, einige Sounds für sich sind interessant, die Songs an sich unhörbar, da Krach, dem Koordination fehlt (danke Andy), der nicht fließt oder fesselt, sondern vor sich hin mutiert, ohne Sinn, und Struktur, der interessante Namen hat, vielleicht das eine oder andere Aha oder Oho provoziert, irgendwie nervt und langweilt und kein Ende findet, genau wie dieser Satz.


ELOY
Chronicles I
spv

ELOY verbanden verträumten Synthie-Rock vom Schlage PINK FLOYD mit der ganzen Schwere der deutschen Seele. Sie waren geradezu die idealtypischen Exponenten von dem, was man nicht immer besonders freundlich gemeint als "Kraut-Rock" bezeichnete. ELOY hatten damit aber im Gegensatz zu vielen Kollegen Ende der siebziger Jahre auch auf internationalem Terrain beachtliche Erfolge. Rund 2 Millionen Mal gingen ihre Alben mit so ehrfurchtsgebietenden Titeln wie »Silent Cries And Mighty Echoes«, »Ocean« oder »Time To Turn« über den Verkaufstisch. Da im Moment wehmütig auf die Siebziger zurückgeblickt wird und die Aufnahmetechnik das Recyclen alter Aufnahmen in digitaler Klangqualität möglich macht, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich Bornemann & Co. ihrer Sternstunden erinnerten. Nun kommen sie also, die »Chronicles« - ausgedehnte Epen im Stil der guten alten Zeit knallen und schwimmen im Sound der neuen aus den Boxen. Nostalgikern sei die geschmackvoll zusammengestellte Chronik durchaus ans Herz gelegt. Wer diese Musikrichtung allerdings wirklich liebt, ist mit den wesentlich originelleren und spieltechnisch brillanteren Frühwerken von YES, FLOYD und GENESIS weit besser bedient. Die ganz Hartgesottenen können sich schon auf »Chronicles II« freuen, die mit Sicherheit folgen soll. (lj)


 

ENERGY ORCHARD
Shinola

Essential Records
ENERGY ORCHARD aus Irland haben sich dem handfesten Blues-Rock verschrieben. Kennzeichnend für die Band sind der virtuose Gitarrist Paul Toner, die rauchige Stimme von Bap Kennedy sowie die überall zu findenden Hammond-Sounds des Keyborders Kevin Breslin. Während die Mid-Tempo Songs eher unauffällig sind, gehen das schnelle »Atlantic City« und die Ballade »In My Room« mit Background-Chor ins Ohr. Absolute Highlights der Scheibe sind jedoch die Irish Folk-Stücke »The Star Of The County Down« und »I`m No Angel«, wo E.O. ihre irische Heimat offenbaren. Der Klang der Platte ist an sich o.k., stellenweise hätte er ein bißchen dynamischer ausfallen können. Alles in allem aber eine überaus empfehlenswerte Platte. (mr)


  ENIGMA
The Cross Of Changes
Virgin

Sicherlich wird vielen noch das erste Enigma-Album mit seiner besinnlichen Gregorianik in Erinnerung sein. Immerhin verkaufte der clevere Klangzauberer Michael Cretu von dieser Scheibe weltweit über sieben Millionen Exemplare. Nun folgt mit "The Cross Of The Changes" Teil 2 der schier unendlichen Erfolgsgeschichte. Besonders deutlich wird auf dem neuen Werk der Einfluß der Bombast-Veteranen Pink Floyd, was aber nicht negativ zu hören ist. Ebenfalls kommt ganz deutlich heraus, daß Cretu einen offensichtlichen Hang zur Mystik hat. Zwar hat der Musiker diesmal nicht die Gregorianik geplündert, doch bedienen sich die Texte samt und sonders der Esoterik und teilweise auch der Religion. Neben mittelalterlichen Motiven finden sich auf dem Album auch einige hörenswerte Elemente aus dem Bereich der ethnischen Musik. Der ein oder andere Titel wird mit ziemlicher Sicherheit wieder in den Charts auftauchen. Denn Cretu hat es geschafft, Klang-Collagen aus sphärischen Tönen und aktuellen Dance-Grooves homogen zu mischen. (jü)


  ERASURE
I Say, I Say, I Say
Intercord

...und wieder der Beweis, wie wichtig Strom aus der Steckdose ist. Andy Bell und Vince Clarke knüpfen an ihre bekannte Disco-Tradition an. Der Computer ist und bleibt eben ihr liebstes Instrument!!!

  ERIC BURDON & BRIAN AUGER BAND
Access all Areas - live
spv

Nachdem der Ex-Animals-/War-Boß und Mr. 60's-Organ zueinandergefunden hatten, war es nur eine Frage der Zeit, daß dieses Ereignis auf CD dokumentiert werden mußte. Hier kommt die Doppel-CD der beiden alten Herren mit Live-Aufnahmen vom zurückliegenden Sommer. Da sind sie wieder, die zeitlosen Klassiker: "When I Was Young", "Tobacco Road", "River Deep Mountain High", "Spill The Wine" - und natürlich das unvermeidliche "House Of The Rising Sun" (in 11-MinutenVersion, mit 2-minütigem Gitarren-Intro). Ehrlich gesagt stelle ich es mir ja etwas trist vor, jahrzehntelang die selben alten Schinken hoch- und runterdudeln zu müssen. Während Brians Finger allerdings gelenkig und virtuos wie eh und je die Läufe heruntersprudeln und den manchmal etwas monoton-klobigen Songs Burdons einen jazzigen Kick verpassen, kann der Meister selbst die Jahre nicht mehr verleugnen. Einst klang er wie ein Jagger mit tiefschwarzem Timbre. Sicher, irgendwie hat er noch den Blues, aber es klingt nur noch traurig und abgefuckt - heute glaubt man kaum noch, daß das strahlende Timbre seiner Stimme die Lautsprecher zum Strahlen und die Herzen zum Schmelzen bringen konnte. Da nützt es auch nichts, daß er ab und zu auf Louis Armstrong macht. Wer allerdings bis zum Schluß durchhält, wird mit einer funkig angehauchten Studio-Version des Working-Blues-Klassikers "Sixteen Tons" entschädigt, bei der Eric noch einmal fast zur alten Form aufläuft. Erwähnt werden muß auch noch die originelle, ja skurrile Reggae-Version von "Don't let me be missunderstood". Ansonsten: aufgewärmte Hausmannskost! (lj)


ERIC CLAPTON
From The Cradle
Reprise Records

Nach »Unplugged« hätte man es ja eigentlich ahnen können... Aber welcher noch so eingefleischte Clapton-Kenner, bitte, hätte vorauszusagen gewagt, daß Mister Slowhand je den Mut zu einer derartigen Konsequenz aufbringt: rückhaltlose Rückkehr zur Wiege des Blues... - nichts weniger mutet uns der Gitarrengott mit seiner neusten Platte zu: 16 verstaubte Blues-Titel, darunter keiner von Clapton selbst geschrieben - das ist schon, was man eine ausgewachsene Sensation nennen darf. Eine Huldigung an den Blues mitten in den Techno-90ern, die mich fassungslos mit der Frage zurückläßt, welche Überraschung uns die lebende Rocklegende das nächste Mal servieren wird. Zur Platte selbst: Das Konzept, bei den Aufnahmen weitestgehend auf Overdubs oder Gesampeltes zu verzichten, also alles mit der Band in einem Durchgang - sozusagen "live" - einzuspielen, verleiht dem Blues den notwendigen "dreckigen" Sound, der dem Swing und dem Feeling der meisten Bluesnummern am ehesten gerecht wird. Erstaunlich, was Clapton dabei selbst so abgelutschten Blues-Klassikern wie »Hoochie Coochie Man« oder Dixons »Groaning the Blues« abzugewinnen vermag, besonders was seinen früher vielgescholtenen Gesang betrifft. Freilich werden bei 16 Bluestiteln in Folge selbst die Hörgewohnheiten des gutwilligsten Hörers arg strapaziert. Bin gespannt, wie die CD in den Charts abschneidet. Nach dem Tode von Alexis Korner ist Clapton mit diesem Album jedenfalls vorerst erster Anwärter auf den Erbtitel "King of the Blues". (pw)


  EXUMA
Do Wah Nanny/Snake/Reincarnation/Life
Buddah Rec./Castle Communication

Bei Castle Communication-Deutschland sind jetzt vier Platten der afroamerikanischen Percussionband EXUMA erschienen, die Anfang der 70er Jahre bei Buddah/Kama Sutra-Records
erstveröffentlicht wurden. Obwohl beispielsweise Do Wah Nanny/'71 ihre meistverkauften LPs in Venezuela waren, handelt es sich hier nicht um EXUMA's stärksten Scheiben, die unter "Obeah Man" Tony McKay entstanden. Der Erstling "EXUMA" und der Nachfolger II, beide bei Mercury erschienen, werden dagegen auch heute noch in einem Atemzug mit den besten und auffälligsten Platten der 70ger genannt. Außer, daß ich diesen CD-Veröffentlichungen schon lange entgegengefiebert habe, zähle ich diese Platten immer noch zu den schönsten aus den Anfängen dessen, was heute unter "Weltbeat" kursiert. Vielleicht erwacht man ja bei Mercury auch noch. (om)


  EYEHATEGOD
Take As Needed For Pain
spv

Ziemlich langweiliger doomiger Aufguß des ersten Werks. Industrial und Hardcore - Zeichen unserer Zeit -hielten auch hier Einzug in die spannungslosen, teils tristen Kom positionen einer Band ohne Format.



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