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Die Plattenkritiken von A - Z sind noch im Aufbau. Bis
jetzt sind nur die Buchstaben A bis F verfügbar.
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THE BLACK CROWES
Live
V2 Records
Kurz und knapp wurde es vor einigen Monaten über die
Homepage der Band verkündet: Die Black Crowes werden eine lange
Auszeit nehmen. Zwischen den Zeilen gelesen, sah es bei massiven
Problemen schon nach Split der Band aus, schließlich gab es öfters
Zwist zwischen den beiden Brüdern Rich und Chris Robinson. Sänger
Chris wird noch dieses Jahr sein Solo Debüt »New Earth Mud« veröffentlichen
und auf Tour gehen - angeblich auch nach Europa. Bruder Rich möchte
mit eigener Band weiterarbeiten - im Stile der Crowes. Die gerade
für ihre Liveshows legendären schwarzen Krähen, liegen somit erst
mal für lange Zeit auf Eis. Für Fans kommt da ein Livealbum gerade
recht. Als Doppel-CD mit 19 Songs, quer durch alle Studioalben,
mit mächtig Spielfreude machen sie ihrem Namen als rock'n'rollste
Band des Rock'n'Roll alle Ehre. (hs)
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BLACKMORE'S NIGHT
Past Times With Good Company
(SPV)
Richie Blackmore und Lebensgefährtin Candice Night widmen sich bereits
seit drei Alben einer Mischung aus Mittelalterrock, Pop und Folk.
Die vorliegende Doppel Live CD zeigt, dass dies auch auf der Bühne
gut kommt. Besonders erfreulich, dass Blackmore eines der besten Deep-Purple-Stücke
ausgegraben hat: »Soldier Of Fortune«. Fein. (hs)
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BADESALZ
Alles Gute Von Badesalz
Sony Music
Wer kennt sie nicht, die beiden hässischn Laberköpp von
Flatsch und den Rodgau Monotones (Gerd Knebel und Henni Nachtsheim)?
Auf ihrem neuen Album ist wirklich alles Gute drauf: 36 mal mundartlicher
Schwachsinn, immer am Abgrund der Dummheit. Zusätzlich zu den
Sahnestückchen von BADESALZ gibt's fünf neue Stücke,
die der Öffentlichkeit bisher noch nicht zugemutet wurden. Das
zischt wie Abbelsaft! (sh)
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BAP
Pik Sibbe
Electrola
Nach drei Jahren veröffentlichte Deutschlands Kölschband
Nr.1 ihr elftes Album. Textlich äußert sich W.Niedecken
diesmal ziemlich pessimistisch und richtet sich mit "Widderlich" scharf
und eindeutig gegen unfähige Politiker. Musikalisch bleiben BAP
ihrer Linie treu: Rock und R&B prägen wieder ihr Album, das
mit den Songs "Wofür" und "Queen vun dä Ihrestrooss" aber
auch Folk- bzw. Jazz-angehauchte Stücke enthält. "Pik Sibbe"
eignet sich gut zum Entspannen und Frustablassen... (ome)
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BAP
Wahnsinn - Die Hits von 79-95
EMI
Es ist mir wohl nicht vergönnt, mich mit dieser »Best of
BAP« anzufreunden, denn es ist eben nicht nur einfach Rockmusik.
Alle Platten von BAP transportieren eine Stimmung, auch wenn es mit
den letzten Veröffentlichungen in dieser Hinsicht nicht allzuweit
her war. Die mir vorliegende Zusammenstellung ist mir eine Nummer
zu kühl, zu lückenhaft, zu chaotisch. Auch, wenn diese CD
über 70 Minuten Spielzeit bietet, wird sie dem Gesamtwerk von
BAP nicht gerecht, macht zu große Sprünge, läßt
zu viele alte Highlights vermissen. 16 Jahre BAP-History sollte schon
eine Doppel-CD wert sein. Na, es ist halt bald Weihnachten und da
will man eben noch das eine oder andere Milliönchen auf den Gabentisch
bekommen. (om)
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BAREFOOT SERVANTS
Barefoot Servants
Sony
Mein Wunsch war es schon immer, in einen Musikclub zu kommen und dann
eine Liveband zu hören, die so klingt wie die Musik der CD, die
sich gerade im Laufwerk dreht. Laute Slidegitarren und eine Power-(Whiskey)-Röhre,
die zum abtanzen einlädt. Was die Amerikaner BAREFOOT SERVANTS
auf ihrer gleichnahmigen CD servieren ist einfach guter Blues Rock.
Gleich der Opener »Jealous Man« würde jeder Open Air
Party am Lagerfeuer einen Hauch aus den Südstaaten beigeben.
Tonnenschwerer Blues Rock und dann wieder diese einfühlsamen
Balladen! Für mich das absolute Highlight der CD ist das in einem
Take aufgenommene »Blackbird«, eine Ballade, die verträumt,
aber auch richtig aufbrausend in die Gehörgfänge geht! Ohne
große Durchhänger kann man diese CD jedem Musikfan aus
dem Bereich Blues bis melodiöser Hardrock ans Herz legen. Ideal
für Feten!!! (hs)
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BE-ZET
Blue lllusion
Eye-Q-Records
Steve Be-Zet, als Producer und Remixer aus Frankfurter Gefilden wohlbekannt,
hat hier "old school france" allererster Güteklasse produziert.
Klangvolle, voluminöse Flächen, die Dich wegschieben bzw.
wegblasen, schließt Du zu lange die Augen beim Hören.
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BEASTIE BOYS
Ill communication
Capitol
Mit Hits wie »Fight For Your Right« und no »No Sleep
Till Brooklyn«, die auf dem Erfolgsalbum »Licensed To Ill«
1986 erschienen, sind die BEASTIE BOYS wahrscheinlich jedem hinreichend
als weiße Rap-Band bekannt. Obwohl die Band seit ihrem Erstling
mittlerweile zwei weitere Alben herausbrachte, konnte sie bislang
keine ähnlichen Erfolge erziellen. Ihr neues Werk knüpft
nahtlos an den Vorgänger »Check Your Head« an und läßt
eine positive Entwicklung erkennen. Die New Yorker haben einen harten,
zum Teil aggressiven Sound auf ihr Album gebracht, und arbeiten mit
einer Vielzahl von Instrumenten. Beim Anhören dieser sehr lebendigen
Musik spürt man regelrecht, welchen Spaß die BEASTIE BOYS
bei der Produktion von »Ill Communication« hatten. (ar)
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BELPHEGOR
The Last Supper
INCANATION
Mortal Throne Of Nazarene
Nuclear Blast
Kaum, daß das Hardcoreding in der Metalszene unübersehbare
Spuren hinterläßt, bildet sich schon eine Gegenbewegung:
extremer satanistischer "No Fun" Death Metal. Zwei Exemplare dieser
besonderen Form der Ambient Music sind BELPHEGOR und INCA NATION.
BELPHEGOR kommen aus Österreich. Ihr »Last Supper«
fand seinen Weg aufs Band im Bühner Stage One Studio. Tiefschwarze
Brühe, mal schnell, mal langsam gerührt, gelegentlich stockt
die Soße mächtig, um dann so richtig ins Rotieren zu geraten,
was der Sänger (sonst eher in gutturalen Grunzegefilden aktiv)
meist mit frostigen Schreien quittiert. Hat was und ist sowohl für
Gelegenheitssatanisten als auch für Fanatiker ein heißer
Tip. INCANATION kommen aus New Jersey, sie nahmen »Mortal Throne
Of Nazarene« in den Exello Studios in New York auf und wurden
dabei von Garris Shipon verarztet, der auch schon BRUTAL TRUTH und
COC versorgte. Hier dominieren sengende und zermalmende Gitarren,
die sich auch immer wieder zu eigenartigen Melodien versteigen, der
Sänger bleibt seiner Dickdarmtonlage treu, und überhaupt
geht alles sehr schnell. Mächtiges Geratter, hart dran am Chaos
und wun derbar blasphemisch. (ce)
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BECK
One Foot In The Grave
semaphor/Klp
Mit »I'm A Loser Baby, So Why Don't You Kill Me« enterte
er unerwartet die Charts der Welt. Dem Debütalbum »Mellow
Gold« folgt nun eine Scheibe, die allen eventuellen Vor würfen
der Kommerzialisierung entgegensteht. Da wird mit verstimmter Gitarre
der Blues gezupft oder mit minimalistischen Mitteln ein phantastisches
»Sleeping Bag« gesungen. Nichts scheint Beck Hansen heilig,
und so hagelt es nur so musikalische Zitate. Dieser kreative Hang
zum Dilettantismus ist eine längst überfällige Erfrischung
für die vor sich hin lullende Rockwelt. (om)
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BIOHAZARD
Urban Discipline
Roadrunner
Schon mit ihrem Debut war klar, daß Biohazard die kommende Metalcore
Band ist. Mit Urban Discipline stellen sie dies noch einmal eindrucksvoll
unter Beweis. Die Songs von Biohazard führen einem plastisch
vor Augen was die vier Musiker bewegt, eindrucksvolle Songs uber den
Verlust von Freunden, über Rassismus, über den Ärger
mit Plattenfirmen, und natürlich über Brooklyn. Das ganze
ist musikalisch wahnsinnig mitreisend verpackt, so geniale Grooves
und Mitgrohl-Refrains gibts sonst nirgendwo. Geniales Teil!!!
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BITTY MCLEAN
Just To Let You Know
Intercord
"... denn das ist alles nur geklaut". Frei nach den Prinzen die kurze
Inhaltsangabe eines ansonsten ordentlich produzierten Albums mit viel
Gefühl in der Stimme.
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BJÖRK
Post
Polydor
Björk ist die Ausnahmemusikerin der 90er, postmodern bis zum
Abwinken, ihrer Zeit um Meilen voraus. Mit ihrer Mischung aus Techno,
Dancefloor-Jazz und fabrikgrauer Synthie-Avantgarde hat sie den Nerv
heutigen Zeitgeistes derart getroffen, daß selbst Pop-Größe
MADONNA verzweifelt ihre innovativen Sounds zu kopieren sucht. Dabei
erfindet sich die kluge Isländerin ständig neu, die Presse
hetzt ihrem blumenreichen, stupsnasigen, haarknotigen Erscheinungsbild
rat- und erfolglos hinterher mit Bezeichnungen wie "Troll", "Kindfrau",
"Pumuckl des Pop", ohne jedoch jemals ihr clever ersonnenes Image
einzufangen. Ihre zweite Platte unterscheidet sich von dem 1993 erschienenen
»Debut« durch vielseitigere Sounds und Songs, lebt aber
wieder vom produktiven Kontrast zwischen sterilen Synthie-Rhythmen
und einer Stimme, die von Flüstern bis hin zu wildestem Kreischen
jede Nuance menschlicher Gefühle glaubwürdig zum Ausdruck
bringt. Björk: ein hilfloser Schrei nach menschlicher Wärme
in einer anonymen technisierten Welt. Ihre neue CD ist schon jetzt
ein Klassiker! (pw)
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BLINK
Original Soundtrack
Milan/BMG
Der Soundtrack ist mir eine ganze Ecke zu lasch, so daß die
einzigen Lichtblicke die Songs der Indi-Band »The Drovers«
sind. Leider sind aber nur drei Stücke dieser Folk- Rock-Formation
auf der Platte zu finden, so daß ich eher den Longplayer dieser
Band empfehlen würde. Mag sein, daß die Musik, nachdem
man den Film gesehen hat, besser kommt, aber bis dahin.. (om)
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BOB DYLAN
The Born Again Music
Flashback
Was wäre die Rockszene ohne den näselnden Großmeister
Bob Dylan. FLASHBACK veröffentlichte mit dieser Doppel-CD einen
Mitschnitt aus dem Jahr 1980, auf dem die starke Verbundenheit Dylans
zum christlichen Glauben belegt wird. So hält sich Dylan während
dieser über 130 minütigen Konzertaufzeichnung auffallend
stark zurück, was schon zu Beginn eher den Eindruck eines gelungenen
Gospelkonzerts mit Dylan als Gaststar aufkommen läßt. Qualitativ
auf jeden Fall empfehlenswertes Material. (om)
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BOBBY McFERRIN
Paper Music
Sony
Aufgepaßt! Hier können sich Jazz-Fans leicht verkaufen.
Zwar ist der vielseitige Sänger stets für ein Experiment
gut, das hat er originell auf der 1992er CD »Hush« zusammen
mit dem klassischen Cellisten Yo-Yo Ma nachgewiesen. Mit seiner neuen
CD ist er nun aber endgültig ins E-Musik-Fach hinübergewechselt.
Seine Stimme tritt auffällig zurück; dafür betätigt
er sich erstmals als Dirigent. Und so findet sich plötzlich auf
der vermeintli chen Jazz-CD Mozarts »Eine kleine Nachtmusik«;
oder ein Menuett von Boccherini mit Gesangseinlage frei nach McFerrin.
Und die klingt dann - gerade im letztgenannten Stück - noch so,
als ob unsereiner die »Königin der Nacht« in der Badewanne
intoniert. Zugegeben: Nach mehrmaligem Abspielen gewinnt der aufmerksame
Hörer vielleicht auch diesem merkwürdigen Grenzgang zwischen
U- und E-Musik noch etwas ab, mein Wunsch für '96 aber lautet:
Bobby, komm zurück zum Jazz! (pw)
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BOLTTHROWER
...For Victory
Earache
Sie verstehen es immer noch am besten, Pathos und donnernde Dynamik
zu akustischen Szenarien epischer Schlachten zu kombinieren. Hammerscheibe!
*****
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BRICOLEURS
Welcome To The World Of ...
Butlers Records
Ursprünglich sollte diese CD so gar nicht erscheinen, geplant
war nur, zwei Exemplare zu pressen, um einfach die Stücke zusammenzutragen,
welche das Frankfurter Duo Erbel und Schmidt Eggert in den letzten
Jahren produziert hatten. Auf massiven Widerstand der Fans erschien
nun doch eine komplette Auflage. Musikalisch bewegen sich Bricoleurs
im Indiependent-Pop-Rock-Bereich, von schräg bis liebevoll. Überwiegend
ruhigere Stücke bestimmen die CD, mit Verzicht auf sämtliche
Drums oder Percussion gelingt es Ihnen, in jeden Song Atmosphäre
zu stecken. Besonders gelungen ist Ihnen das bei dem Stück »Drowning«,
(Pink Floyd meets The Cure). Eine wahrhafte Indiepop-Perle! (hs)
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BRIGHTSIDE
Face The Truth
Lost & Found
Eigentlich tue ich mich ja schwer bei der Besprechung von Hardcoreplatten.
Es liegt mir einfach nicht, was nicht heißt, daß ich Hardcore
nicht mag. Ich finde ihn sogar saumäßig geil. Er bezieht
politisch Position, hat Neues ins Brachialmusikgenre gebracht und
ist vor allen Dingen hervorragende Unterhaltung. Bei Hardcoreplatten
muß man sehr genau aufpassen, was man sagt und dementsprechend
besteht die typische Hardcoreplattenrezension (einer guten Platte)
aus folgenden Floskeln: Beim ersten Anhören wollte die Scheibe
noch nicht so richtig zünden, aber es hat dann nicht lange gedauert,
bis das Teil mein Auto-Tape blockiert hat. Saugeilen HC liefert die
Band, mit Brett und Melodie, vor allem getragen durch lebendiges Riffing
und effektives, groo vendes Drumming. Die Chemie der Band stimmt.
Fette, zehrende Riffs, Melodien und Abgehparts stehen in geilem Verhältnis,
ein paar Übergänge kommen noch nicht ganz so locker daher.
Nach dem mittelmäßigen Opener (geiler Text aber) gibt's
Brett, das in die Beine geht und Songs, die im Ohr bleiben etc. etc..
Das alles trifft auch auf BRIGHTSIDE zu. Die Band kommt aus der Warburger
Umgebung und legt mit »Face The Truth« ihr Debüt vor.
Und es hat alles, was eine gute HC-Scheibe ausmacht. Wenn BRIGHTSIDE
das live bringen würde, was sie auf der Platte abfackeln, dürfte
es kein Halten mehr geben. Unter Beweis stellen werden sie das hoffentlich
auf ihrer anstehenden Eurotournee (so schnell geht das) mit den Detroiter
HC Recken PITBULL, die auch schon den RYKERS aus Kassel als Karrieresprungbrett
gedient haben. Wenn das so weitergeht (ich seh' COUNTERPOINT am Horizont,
BARTS REVENGE sind auch da), haben wir bald einige Prachtstücke
der HC-Szene vor der Haustür! Support Your Local Scene!! (ce)
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BRIGHTSIDE
Punchline
Lost&Found
"Oops, Schnellschuß", hätte ich beinahe gesagt. Knapp anderthalb
Jahre ist es her, daß BRIGHTSIDE ihre Debüt-Mini-CD »Face
The Truth« veröffentlichten und gleich an schließend
mit Detroits Hardcore-Helden Pitbull auf Tour gingen. Binnen zwei
Monaten hatten sich BRIGHTSIDE als zweiter großer Hoffnungsträger
der Kassler Hardcoreszene etabliert, die gerade mit den Ryker's eine
überragende Band ausgespuckt hatte. »Face The Truth«
war eine kleine feine HC-Scheibe, gerade die richtige Mischung aus
Brett, Groove und diesen netten Melodien, die das Ganze so eingängig
machten. Genau das aber bringt »Punchline« nicht. Klar,
hier geht's zur Sache. Old School HC mit 90ies Frischzellenkur. Viel
Message, viel Groove, geht ins Blut und an den entsprechenden Stellen
wird Mitgrölen leicht gemacht. But, where's the melody? Wo ist
diese augenzwinkernde Mitsummgeschichte von »Face The Truth«?
Immerhin 'ne gute Scheibe, aber vielleicht sind BRIGHTSIDE den Ryker's
doch ähnlicher als man denkt. Deren erste komplette LP war auch
nicht so genial wie sämtliche Singles und Mini-CDs vorher und
nachher. (ce)
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BRUCE COCKBURN
Dart to the Heart
Sony Music
Auf innovativen Bahnen bewegt er sich nicht gerade, der sanfte kanadische
Riese mit der poetischen Ader. Auf seiner neuen Platte finden sich
12 markante Songs im Spannungsfeld von Folk, Chanson und Rock'n' Roll.
Dennoch ist es erstaunlich, wie abwechslungsreich diese Mischung präsentiert
werden kann. Grooved noch der Starter ganz im Stil der besseren DIRE
STRAITS, zeigt sich Cockburn schon ab dem zweiten Lied von der zahmen
Seite: Der Liebesballade "All The Ways I Want You" und dem noch gefühlvolleren
"Bone In My Ear" gebührt sicher ein Ehrenplatz in der Kuschelecke.
Dagegen erinnert "Southland Of The Heart" sowohl stimmlich als auch
vom Blä serarrangement her an Van Morrisons beste Zeiten. Mit
zwei beachtenswerten Instrumentals bewährt sich Cockburn darüber
hinaus als Meister des Fingerpickings vom Rang eines Stefan Grossman
oder Leo Kottke. Die Gitarrenarrangements der übrigen Lieder
sind bis ins Detail ausgefeilt. Auch die Texte sind poetische Sonderklasse.
Die häufig aus der Natur entlehnten Metaphern zeigen Cockburns
Sensibilität für deren Schönheit und Bedrohtheit zugleich,
eine Sensibilität, die ihre konsequente Verlänge rung in
seiner Mitarbeit bei den "Friends Of The Earth" findet, einer Organisation,
die sich für den Erhalt der Ozonschicht einsetzt. Bei allem Lobenswerten
wird man allerdings das dumme Gefühl nicht los, daß dieses
Album mindestens 15 bis 20 Jahre zu spät kommt. Trotzdem: Eine
gute Platte kommt zu jeder Zeit recht. (pw)
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BRUCE SPRINGSTEEN
The Ghost Of Tom Joad
Sony
Heimlich still und leise (wie auch das Album), bringt unser aller
Bruce, ohne riesigen Werbefeldzug, sein neuestes Album auf den Markt.
Springsteen schlägt wieder einmal einen Brückenschlag -
nicht die rockigen E-Gitarren haben Oberhand, sie finden sich überhaupt
nicht wieder. Begleitet mit Akustikgitarre zeigt uns der American
Hero sein persönlichstes Werk. Still, leise, nachdenklich, sehr
einfühlsam. Beim Titelstück lies sich Bruce von John Steinbecks
Novelle "Früchte des Zorns" beeinflußen. Durchgängig
kann man dieser Platte zuhören, entspannen und dahin träumen!
(hs)
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BRUTAL TRUTH
Perpetual Conversion
RTD
Mit ihrer Debüt Lp "Extreme Conditions Demand Extreme Responses"
handelten sich Brutal Truth völlig zurecht den Ruf ein, eine
der extremsten Noisecore Bands zu sein. Die vorliegende EP darf als
Nachschlag betrachtet werden, und enthält einige Schmankerln.
Zunächst das Titelstück "Perpetual Conversion", ein wohlfeiles
Stück NY Deathcore. Selbiges liegt auch in einer Techno Rave
Version vor (ich weiß, macht jetzt jeder, vor allem Dingen auf
Earache), doch diese Version ist die einzige die mir wirklich gefällt,
eine genial brutale Techno Death Fusion. Das dann folgende "Walking
Corpse" kennt man schon vom Debütalbum, mit abstand der schnellste
Song den es gibt. Ober schmankerl ist allerdings die Coverversion
des Black Sabbath Songs " Lord of this world". Das Teil erhält
wirklich eine ganz eigene Note, die Riffs dröhnen in den untersten
Frequenzbereichen, ziehen einen regelrecht unter die Erde, nen üblen
Blastbeat in der Mitte und Mr Lommi verliert den Glauben an die Menschheit,
böse, böse. Den Abschluß bildet "Bedshet" (mixed by
the Cannabis activated hands of Danny Lilker), eine abgefahrene Mischung
aus immer wiederkehrenden Housegrooves und komischen Expiditionen
in psychedelische Gebiete (klingt wie ein Trip durch die Klospülung
einer Hip Hop Disco). Fünf Facetten einer Band die vorschnell
Platz in einer Schublade gefunden hat, bedenkenlos zugreifen. 7-93
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BUFFALO TOM
Big Red Letter Day
SPV/Beggars Banquet
Elf große rote Briefe schicken uns Buffalo Tom auf ihrem neuen
Album. Manchen Liedern hört man an, daß sie mit Blut geschrieben
sind. Blut, Tränen und Kirschlikör mischen sie zu bitter-süßen
Klängen. Instrumentiert mit Gitarre, Baß, Schlagzeug, Chor
und Orgel rühren Buffalo Tom an deinen verschütteten Gefühlen
herum und ermöglichen einen tiefen Blick in die Seele. Du mußt
nur zuhören. Vorbei am Mainstream von SOUL ASYLUM, die Exzentrik
von Dinosaur Jr. belächelnd spielen sie eine ruhigere Struktur,
der Horizont aber ist weiter. So weit wie das Nirgendwo, wohin die
Kleine mit dem großen Kopf auf der Hülle blickt. Empfindsam,
lieb, dann wieder explosiv. Bill Janovitz kann außerdem im Gegensatz
zu den vielen Bands mit Gröhl- und Gurgelgeräuschen richtig
singen. Was für's Herz! Hübsche Hülle auch. Auch vier
Monate nach der Veröffentlichung. (tb)
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BUFFALO TOM
Let Me Come Over
spv
Nach MTV-Euphorie und supersofter "Akustik - Sitzung" bei John Peel
erscheint das dritte Album des Trios BUFFALO TOM mit dreizehn Stücken
und 50 Minuten Spielzeit. Das erste Album wurde noch von Ober-Dinosaurier
J. Maslis produziert und auf diesem Vinyl klangen sie wie Epigonen
erster Wahl. Im zweiten Lied auf der ersten Seite der dritten LP fühlte
sich der Sänger wie ein Dinosaurier, singt er - wie weit sich
das sen sorisch und psychisch bewerkstelligen läßt, steht
im Zweifel, zumal es auch Verwechslungen mit dem Sitz des Gehirns
geben könnte... Die Gruppe hat durch den Indiefleischwolf ihr
amerikanisches Gitarrenfleisch verloren, schafft jetzt durch expressive
Melancholie höchstens noch Blumenkohl al dente. Einige fiepelige
Overdubs tönen ganz nett, trotzdem fällt die Mischung mager
aus. Zwei Känguruhs. Matti "steady nöhling" Bachmann.
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