Letzte Aktualisierung: 14 November, 2003


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Die Plattenkritiken von A - Z sind noch im Aufbau. Bis jetzt sind nur die Buchstaben A bis F verfügbar. Zur Auswahl einfach auf den gesuchten Buchstaben oben klicken.
  ACKERBAU & VIEHZUCHT
Neue Ernte

5 mal Punkwave mit einprägsamen, melodiösen deutschen Texten. Gut geeignet zum Mitgrölen bei schlechter Laune sowie zum Frust-Ablassen! (vr)


  AEROSMITH
Pandora's Toys
Sony

Ein Ableger der Pandora's Box ist der aktuelle Hitsampler der Luftschmiede. Wer den Backkatalog von Steven und Co. noch nicht kennt, liegt hier genau richtig!

  ALAN PARSONS
Try Anything Once
Arista

Nach sechsjähriger Pause meldet sich Alan Parsons zurück - Kenner bemerken sofort, daß der Zusatz "Project" diesmal fehlt. In der Tat, der britische Sound-Bastler hat sich erstmals ohne seinen Partner Eric Woolfson ans Werk gemacht. Weiterhin fällt beim Blick aufs Cover sofort der Bezug auf alte PINK-FLOYD-Plattenhüllen auf - der Toningenieur von »Dark Side Of The Moon® möchte also "back to the roots". Kein Wunder, die 70er sind voll in Mode! Wenn man davon absieht, daß man alles in ähnlicher Form schon von Floyd, Oldfield, Genesis, Tull und natürlich Parsons kennt, ist das Werk das Beste, was man seit »Pyramid® vom Meister gehört hat. Die gähnende Langeweile der »Don't answer me®-Ära scheint endgültig abgelegt. Dazu trägt vor allem ein Mann bei: Der 10cc-Sänger Eric Stewart, der dem tiefgängig- behäbigen Parsons ab und zu mit einer kräftigen Prise britischem Humor auf die Sprünge hilft. Anspieltip: »Wine From The Water®. Empfehlung: Die Platte unter Kopfhörer genießen - am meisten versteht Klang-Zauberer Alan Parsons, der in diesem Jahr auch in Deutschland auf Tour geht, immer noch vom Mischen! (lj)

ALANNAH MYLES
A-LAN-NAH
Atlantic

Nach dem Superhit »Black Velvet® ist es ziemlich still um die aparte Hardrockerin geworden. Ihr zweites Album »Rockinghorse® (1992), das mit »Song Instead Of A Kiss® eine der poetischsten Rockballaden überhaupt enthielt, verschwand unver ständlicherweise in der Versenkung. Jetzt ist sie mit einem hervorragenden dritten Album auf dem Markt, mit dem ihr nun hoffentlich die Annerkennung zuteil wird, die ihr eigentlich gebührt. Denn ihre Stimme hat hohen Wiedererkennungswert, ihre Songs sind perfekt, vielleicht zu glatt arrangiert. Aber es ist nicht nur der Starter »Mistress Of Erzulie®, der hinreißend in die Tanzbeine geht, sondern auch die Balladen und Bluesnummern, die beweisen, wieviel kompositorische Substanz hinter den Oberflächenreizen steckt und so die CD sogar als Alannahs bisher beste auszeichnet. (pw)

  ALEXANDER HACKE
Filmarbeiten
RTD

Alexander Hacke, Gitarrist der Einstürzenden Neubauten, legt mit den Filmarbeiten sein erstes Soloalbum vor, das Überblick über sein Engagemant im Film gibt. Wie nicht anders zu erwarten ist Hackes Musik sperrig, besteht aus ungewöhnlichen Collagen, die sich zu Musik fügen. Gelingt es seinem Kollegen FM Einheit diese Collagen völlig stimmig zu produzieren, so schleicht sich bei Hacke manchmal ein etwas alberner Beigeschmack ein, den man wohlwollend auch als Selbstironie bezeichnen kann. Trotzdem, wenn man sich darauf einläßt, ist Hackes Musik nicht nur Filmmusik sondern auch für Musik für Filme im Kopf, und diese sind abwechslungsreich und ungewöhnlich.


  ALIEN SEX FIEND
Open Head Surgery
(spv)
Sie
wären gern die schlechteste Band der Welt, nein: des Universums, und inszenieren sich selbst stets gern in exzessiver Merkwürdigkeit. Die Veteranen der "Gothic"-Music haben aber genug spirituelle Power und elektronisches Know-How, um ihre überdrehte Mystik ein weiteres Album lang zu halten! Dabei fehlt glücklicherweise der blutige Ernst von Fields und Konsorten. Im Gegenteil - voll Selbstironie widmen sich die Jungs eine eigenartige Hymne namens "Alien Sex Fiend". Fazit: Im bewährten Stil geht's weiter, die Alien Sex Friends wird's freuen.Marilyn L.

ANNIHILATOR
King Of The Kill
Music for Nations/Rough Trade

Nach diversen Querelen hat ANNIHILATOR-Mastermind JEFF WATERS seine gesamte Mannschaft gefeuert. Auf seinem vierten Longplayer hat er nicht nur bis auf die Drums alles alleine eingespielt, sondern erstmals seit seligen Demotagen wieder selbst gesungen. Und das macht er bravourös - Hut ab! Die Songs stammten eh immer aus seiner Feder, und so enthält auch »King Of The Kill® alle Elemente, die für Jeff gute Musik ausmachen, in wohlausgewogener Mischung: Power (»Hell Is A War®, »21®), Melodie (»Catch The Wind®!), Aggressivität (»The Box®, »Fiasco®) und Gefühl (»Only Be Lonely® - leider nur auf dem Japan-Import enthalten). All diese Qualitäten vereint mein Favorit »Second To None® auf's Gelungenste, gekrönt vom besten Solo des Albums. Gerade diese Sahnekomposition zeigt überdeutlich, daß Mr. Waters, der live keinen Blick auf das Griffbrett seines Paddels verschwendet, nicht nur ein Spitzenmusiker ist, sondern auch ein begabter Schreiber und exzellenter Arrangeur. Fazit: Durch besagte Mischung und Jeffs Anspruch, in einem Song nie zweimal dieselbe Notenfolge zu spielen, sind und bleiben ANNIHILATOR die einzige Band, die auch bei Nicht-Speedfreaks Begeisterungsstürme auslösen kann. Jeff Waters sei Dank! (ms)


  APHEX TWIN
Selected Ambient Works Vol. II
Rough Trade/WARP

»Treten Sie näher, meine Damen und Herren, nur keine Angst. ...Entspannen Sie sich und vergessen Sie am besten alles, was Sie bis heute an Musik gehört haben. Denn dies ist die Welt des APHEX TWIN. Hier gehen die Uhren anders,...®, so die Einlei tung zum Presse-Info. Eine bessere Formulierung fiel mir zu dem neuen Werk des Techno-Stars APHEX TWIN alias Richard James auch nicht ein. »Selected Ambient Works Vol. II® ist in jeder Hinsicht eine Ausnahmeproduktion: es gibt keine Titel, son dern nur Symbole, obwohl James' Heimat der Techno ist, findet sich kein Beat in den Stücken. Kein Wort erreicht unsere Ohren. Ein weiteres Merkmal betrifft den unglaublichen Umfang dieser Arbeit. Fast drei Stunden können wir uns in der Welt von APHEX TWIN bewegen. Während unseres Aufenthaltes in diesem Kosmos von Klängen und Geräuschen werden unserer Fantasie Flügel verliehen. Richard James erzeugt mit den teils selbstgebastelten Instrumenten Sounds, um die ihn so mancher Science-Fiction-Autor beneiden würde. Obwohl es ein Fluß zu sein scheint, der durch unseren Kopf fließt, so kommt nicht eine Sekunde der Langeweile auf. Wer bisher ge glaubt hat, die Arbeiten eines Brian Eno seien nicht zu übertreffen, der sollte unbedingt seinen Horizont mit dieser Doppel-CD oder dem 3-LP-Set erweitern. Bitte das Rauchen einstellen (??), anschnallen und zurücklehnen. (om)

 

ARLID ANDERSON
If You Look Far Enough
ECM

Arlid Anderson hat sich mit seinem naturalistischen Bass-Spiel in der Jazzszene bereits einen festen Platz gesichert. Grund genug, eine Soloproduktion in Angriff zu nehmen. Während der Konzeptionsphase jedoch traf Anderson mit Ralph Towner, Audrun Klei ve und Nana Vasconcelos zusammen. Aus diesen Treffen entwickelte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit, die schließlich Eingang in Andersons CD fand. Die Musiker bieten ein reichhaltiges Programm, daß von schwimmenden Soundgebilden bis zu vollständigen Songs reicht. Vor allen Dingen die atmosphärischen Stücke haben ihren Reiz, was nicht heißt, daß der Rest der CD reizlos wäre. So ergeben sich zwischen den lyrischen Basstönen Andersons und den Percussions Vasconcelos Freiräume, die der Gitarrist Ralph Towners gekonnt melodisch auszufüllen versteht. Selten nur fällt die Spannungskurve ab, gleitet die Musik ins Seichte. Die Musiker bieten zwar nichts um werfend neues, dafür schöne Musik, die dem aktuellen Akustiktrend folgt. Das Ganze ist sehr audiophil produziert, einen solch trockenen und lebendigen Kontrabassound hat man selten gehört.


  AXEL RUDI PELL
Between The Walls
(SPV)

Der blonde Hobeljodler aus Wattenscheid legt sein Meisterwerk vor. Kein Wunder, mit einem Ausnahmesänger wie Jeff Scott Soto kann einfach nichts schiefgehen. Volle Abfahrt!

AVALON
Free Your Mind
(Butlers Records)

Die in unserer Region recht bekannte Folkformation AVALON bringt mit »Free Your Mind® nun ihre erste CD-Produktion auf den Markt. Mit Akustikgitarren, spärlichen Percussions und vor allem dem mehrstimmigen Gesang gelingt dem Quartett ein ungemein positives Album. Es erfrischt und gibt einem neue Kraft. Hört man zwar in manchen Passagen Anleihen an PETER, PAUL & MARY oder ein klein wenig SIMON & GARFUNKEL heraus, weist die Platte gerade für eine Erstproduktion eine sehr hohe Professionalität auf. Wer handgemachte, ehrlich Musik mag, dürfte an dieser Platte seinen Gefallen haben, zudem der Titeltrack des Albums von seiner Aussage und der Stimmung her auch 1969 hätte Woodstock eröffnen können - »Free Your Mind®! (hs)

ARUNA
Thousand Names Of The Divine Mother
Lichthaus Musik

Christian Bollmann ist aus der Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. In den vergangenen 10 Jahren hat er sich zu einem der profiliertesten Obertonmusiker unserer Zeit entwickelt. Sowohl seine Arbeiten als "Leiter" des Oberton-Chores Düsseldorf, als auch seine Projekte bzw. Solo-Produktionen fanden internationale Anerkennung. Mit großem Erfolg hat er gerade seine dritte Komposition »Con- Sequenzen® für den Oberton-Chor uraufgeführt. Der Oberton-Chor Düsseldorf ist einer von zwei solcher existierenden Ensembles und Bollmann studierter Musiker und Komponist, ist wohl der erste Komponist, der in diesem Bereich konsequent arbeitet. ARUNA ist die jüngste Veröffentlichung, an der Bollmann mitgewirkt hat. Wie schon auf »Evolution® spielt er hier mit dem Obertonmusiker MICHAEL REIMANN zusammen. Dritte im Bunde ist die indische Sängerin ARUNA SAYEERAM. Seit einer Begegnung bei einem Konzert hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit ergeben. Wie auch »Evolution® ist »Aruna® in der Benedektinerabtei Meschede entstanden. Die einzigartike Akkustik dort ist ein idealer Ort, das schillernde Spiel der Obertöne zur Geltung zu bringen. ARUNA zeigt drei Musiker, die sich eines Vokabulars der Stille bedienen, die scheinbar aus dem Nichts Harmonien erzeugen. Da wird Ruhe verdichtet zu Tönen, die sich schwerelos ausbreiten, wie mit einer selbstverständlichen Übereinkunft zwischen den Musikern. Auch dem, der (wie ich) den esoterischen Hintergrund dieser Musik nicht teilt, wird diese (wie andere Bollmann Produktionen) CD eine beeindruckende Ruhe vermitteln und Ausflüge in ungeahnte Gefilde ermöglichen. (ce)



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