| Regioband des Monats Februar
2001 PSYCHO GAMBOLA: melancholischer Grübel-Punk |
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Was ist Punk? 1.Punk ist schnell. 2. Punk ist laut. 3. Punk ist plakativ. 4. Punk ist Party. Die ersten beiden Punkte kommen bei PSYCHO GAMBOLA ja noch zum Tragen, doch ab Punkt 3 ist Fehlanzeige. Flotte Parolen und griffige Refrains, die das einfache Weltbild von "gut/böse", "unten/oben", "wir/die anderen" stützen, sucht man vergebens. Aufforderungen zum Saufen und Spaßhaben erst recht. Wenn es so etwas wie Grübel-Punk überhaupt geben kann, hier ist er.
Lob gibt es von vielen Seiten: »Plastic Bomb« spricht von "intelligenten, persönlichen und politischen Einblicke ins Seelenleben von Menschen mit Verstand in einer Welt ohne diesen", »Ox« stellt fest: "Unpeinliche deutschsprachige Texte treffen auf einen rockigen Punksound ohne jegliches Geprügel." Visions vermerkt: "Zu krachig für die Aeronauten, zu schnell für Tocotronic. Angenervt vom Leben. Von Mitmenschen. Und vom Hasskappentragen." Und das »Platform-Fanzine« jubelt: "Textlich und musikalisch hebt sich PG deutlich vom Durchschnittskrautpunkdünnschiss ab." Die Band entstand im Herbst 1998 in Marburg. Ziel war es, "dem schnöden Punkrock der heutigen Zeit etwas zu geben, was ihm leider viel zu oft fehlt: Gefühl und Inhalt." Psycho Gambola spielen melodischem Punkrock mit ausgefeilten Arrangements, der auf die nachdenklichen deutschen Texte von Sänger Stefan trifft. "Nicht der erhobene Zeigefinger, der zur rhetorischen Schwarz-weiß Malerei angesetzt hat, ist das Ziel von PG, sondern das Wegpusten von Staub auf den vielen verschiedenen Grau-Schattierungen unserer Seele," so formuliert man den eigenen Anspruch, dessen Erfüllung auch auf CD und Vinyl zu erleben ist: 1999 erschien »Psycho Gambola« (CD/LP, ), 2000 »Die Macht der Lüge« (Mini-LP). Dazu kommen diverse Samplerbeiträge. Beim Vita-Festival am 24.2. sind außerdem dabei: Hollands Pop-Punk-Two-Girls-One-Boy-Band BAMBIX, die bei den Girls heißbegehrten Pop-Punker (oder Punk-Popper?) WOHLSTANDSKINDER und das Trio CREETINS aus dem hohen Norden, das schon deutlich unter skandinavischem Einfluss steht. (lj)
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