Regioband September 2004
Poeta Magica, die Mittelalterpoeten









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Dieses Ensemble ist natürlich mehr als eine Regioband. Seit Anfang der 90er Jahre sind POETA MAGICA aus Dexbach bei Biedenkopf nicht nur bei Märkten, Festivals und Konzerten in ganz Deutschland äußerst gefragt, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Vor allem in Skandinavien mag man die Band, die auch alte nordische Musikeinflüsse verarbeitet. Zum Glück tritt die Gruppe aber auch von Zeit zu Zeit in der Region auf. Nun feiert das Ensemble Zehnjähriges - mit einem Doppelalbum namens "Décades".

rederike und Holger Funke formierten POETA MAGICA 1992. Archaische, mystische Klänge aus fernen Ländern und Zeiten werden aufs Virtuoseste zum Leben erweckt, Gesang und Begleitung malen wunderbar poetische, nicht selten melancholische Bilder. Hier verbinden sich die unterschiedlichsten Kulturen, ohne dass dabei ein Stilmischmasch entsteht. Im Gegenteil: Es entsteht eine Synthese, die vom unverwechselbaren Stil der ganz eigenen Klangfarbe des Ensembles geprägt ist.

Die Gruppe kann auf über 100, z.T. selbst gebaute Instrumente zurückgreifen. Das Spektrum reicht von der Nyckelharpa, dieser vielseitigen schwedischen Kombination von Tasten- und Streichinstrument, über Dudelsack und Harfe, Laute und Schalmei bis hin zu den unterschiedlichsten Percussion-Instrumenten aus aller Welt.

Im Gegensatz zu den oft lautstarken Konkurrenten der Mittelalter-Marktszene, die die alten Melodien in Holzhackermanier darbieten, wenden sich POETA MAGICA mit viel Liebe und Kunstverstand der Überlieferung zu. Virtuos und sensibel klingt ihre Musik, sehnsuchts- und ausdrucksvoll, wobei natürlich auch Platz sein muss für manchen Spielmanns-Spaß. Denn bei aller kunstvollen Umsetzung versteht sich die Gruppe auf mitreißende Unterhaltung.

Dies beweist auch ihr Album "In Taberna ... mori!" (1996), das Maßstäbe gesetzt hat. Die darin zusammengefassten alten Trink-Lieder, Bearbeitungen und Nachdichtungen wurden von vielen Mittelaltermusikern zur musikalischen Ergänzung von Rittermählern und Banketten aufgegriffen.

Der Bogen, den das letzte Album von POETA MAGICA "Vroy" spannt, reicht vom Norden Europas bis hin zum Orient. Schamanengesänge aus Skandinavien sind orientalischen Weisen gar nicht so fern, wie man bislang dachte. POETA MAGICA lassen auch die herrliche Eröffnungs-Cantiga aus der Sammlung Alphons des Edlen so richtig grooven. Ein weiterer Höhepunkt ist die Neuvertonung von "Do der sumer komen was" von Walther von der Vogelweide als "Traumglück": einfach magisch! Ohnehin ist die ungewöhnliche Kombination von Mittelalterinstrumentarium, archaischen Rhythmen und Fretless-Bass (der harmonisch manchmal erstaunliche Wege wagt) sehr reizvoll.

Und nun folgt also der Rückblick "Décades". Dabei sind auch ganz frühe Aufnahmen der Gruppe, die es bislang nur auf MC gab, im digitalen Remastering zu hören. (lj)

Der Kern von POETA MAGICA besteht aus Holger und Friederike Funke, hinzu kommen immer wieder Gastmusiker. In der aktuellen Besetzung sind auch Anja Kucharski und Jürgen W. Lang dabei.

Links:
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[ Mittelalterliche Tonträger
]