Regioband des Monats Juli 2001
Frankophile Neigungen und "schlechtes Benehmen"?

MISBEHAVIOUR aus Göttingen



misbehaviour

dayadreamalive '97


Maybe '98

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ISBEHAVIOUR bieten groovigen, durch viele Musikstile beeinflussten Rock - in Warburg nun erstmals ganz (!) unplugged. Der Sound der Band wird geprägt durch den leidenschaftlichen Gesang von Frontfrau Kim, der ungewöhnlicher Weise auch mal in französischer Sprache daherkommt.

Die Göttinger sind quasi alte Hasen auf dem unplugged-Sektor. Bereits auf der '97er Live-CD »dayadreamalive« haben sie "unverstöpselte" Stücke veröffentlicht. Der Ursprung dieser akustischen Stücke findet sich im Jungen Theater Göttingen. Der Intendant des Theaters hatte 1997 das Projekt »Brunch Poetica« ins Leben gerufen. Am Sonntagvormittag gab es hier den Brunch mit Lesungen und Musik. MISBEHAVIOUR wirkten zur Haupt-Brunchzeit mit und entdeckten "unplugged" für sich.

Am 7.7. steht die fünf-köpfige Band einer neuen Herausforderung gegenüber: Beim Festival der Straßenmusiker werden sie auch auf alle anderen strombetriebenen Hilfsmittel verzichten müssen. Da wird vor allem vom neuen Schlagzeuger Michael allerhand Fingerspitzengefühl verlangt. Der Schlagzeuger ist im vergangenen Jahr zu der Formation gestoßen und hat die jetztige Besetzung komplett gemacht. MISBEHAVIOUR als Projekt selbst begeht allerdings 2002 bereits 10-Jähriges. Der Name wird nicht, wie man vielleicht glauben könnte, von schlechtem Benehmen abgeleitet, sondern von SAGA. Diese brachten Anfang der '90er das Stück "Behaviour" raus. Von dem zu MIS-BEHAVIOUR waren es ja dann nur noch drei Buchstaben.

Bei MISBEHAVIOUR tragen alle ihre kreativen Facetten und die im jahrelangen musikalischem Schaffen kultivierten Vorlieben zusammen. Daraus ergibt sich ein Profil, dass die Atmosphären der Ballade und die Energien des Punk-Rock in sich vereint. Insgesamt bedient sich MISBEHAVIOUR aus der unerschöpflichen Wundertüte der musikalischen Blüten. Kims Gesang, der als "melancholisch", "warm und wohltönend" und als "Rock-Röhe" bezeichnet wird, ist wohl von allem etwas und doch wieder ganz was anderes. Sie selbst gilt als frankophil. Diese Vorliebe erklärt wiederum die französischen Texte. Das Stück »Demain«, das Kims Neigung entsprungen ist, brachte der Band beim Varta-Musikpreis den siebten Platz.

Zurzeit arbeiten die MISBEHAVIOURs im Studio. Das jüngste Kind wird »lost engine« heißen. Man munkelt, dass das eine Anspielung auf die Bandgeschichte sein soll. Für die Zukunft haben MISBEHAVIOUR ein Projekt geplant, bei dem sie Lesungen mit ihrer Musik verbinden wollen. Im Jungen Theater Göttingen, im Sinne von »Brunch Poetica«. Unplugged - versteht sich. (sr)