Regioband des Monats Januar 2001
Bei Mila Mar haben
auch Elfen Sex

Mila Mar: Elfensex

Mila Mar

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er Leitspruch der Gruppe MILA MAR aus Göttingen stammt von Hermann Hesse: "Wir träumen alle von einer Sprache ohne Worte, welche das Unaussprechliche sagt, das Ungestaltbare darstellt". Nach dieser Maxime gestaltet sie ihre Musik. Mit einer assoziationsreichen Fantasiesprache und meditativer, von archaischen Motiven durchsetzter Musik schafft sie unerhörte, bislang ungehörte Klänge von erstaunlicher Anmut.

Die vierköpfige Gruppe (Anke Hachfeld - Gesang und Percussion, Katrin Beischer - Flöte und Percussion, Maaf Kirchner - Keyboards und Percussion, Søan Meyer - Percussion und Background-Gesang) zelebriert ihre Auftiritte als exzentrische Performances. Ihr Debüt- Album "Nova" bekam höchste Kritiker-Noten. Für ein Erstlingswerk bestach es durch eine Reife und Eigenständigkeit, die ihresgleichen sucht. Hier wurden neue Maßstäbe gesetzt und ein völlig eigenständiger Sound geschaffen.

Nun liegt mit "Elfensex" ein neues, faszinierendes Album der Gruppe vor. Auch hier gibt es die Begegnung von rhythmischen Urkräften mit ungeheuer anmutigen Melodien. Doch im Gegensatz zum klanglich davonschwebenden Debüt, das irgendwo zwischen Mittelaltermusik, Ethno und Ambient zu lokalisieren war, tritt bei Elfensex ein gewisser erotischer, fordernder, ja fast schon lasziver Unterton hinzu. Zwar schweben die Feen und Wunderwesen noch durch die Schatten- und Blumenreiche, doch hat auch das Irdische und Körperliche seinen Platz gefunden. Im Gegensatz zu "Nova" ist "Elfensex" Popmusik, äußerst ungewöhnliche allerdings. Mit "Maid Of Orleans" covert MILA MAR sogar ein Stück der 80er-Heroen OMD.

Die seit gut drei Jahren existierende Gruppe war bereits als Support von Subway to Sally, Goethes Erben, Marie Boine oder Youssou N´Dour zu hören. Sie fühlt sich im weitesten Sinne in der Gothic-Szene zuhause und spielte auch im letzten Jahr auf dem MERA-LUNA-Festival, das vom Wildwechsel präsentiert wurde. Sie engagiert sich auch politisch in der Initiative "Schwarz statt braun" gegen den Missbrauch der düster-melancholischen Musik für rechtsradikale Propaganda.

 [ Ww-Artikel zum Thema "Grufties gegen rechts" ]
 [ Mila Mar Homepage
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