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Mit den Lichtern spielen! - Fotograf Maik Fischer im Interview

am 02 März 2013 von Maria Blömeke

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Mit den Lichtern spielen!  - Fotograf Maik Fischer im Interview

by Maik Fischer

Seit er fünf ist, lebt Maik Fischer in Kassel. Der gebürtige Magdeburger bekam schon als Kind eine Polaroid. In der DDR eine Rarität und ein teures Hobby.

Mit einem Freund gründete er eine Community und ist heute Chef der Eventfotographie „photolife“, wo er seit 2008 als hauptberuflicher Fotograf arbeitet. Eine Ausbildung zum Fotografen sucht man in seiner Vita jedoch vergebens. Mit viel Fachliteratur, Leidenschaft und „Learning-by-doing“ hat er es sich selbst beigebracht. „Meiner Meinung nach das beste Studium“, sagt er. Im nächsten Jahr legt er seine Handwerksprüfung ab. Der „Available Lights“-Fotograf fotografiert am liebsten journalistische Fotoreportagen, Hochzeitsreportagen und „People, Portrait, Livestyle“.

Wie hast du deinen Stil gefunden? Was zeichnet ihn aus?
Ich habe alles mal ausprobiert. Tiere, Landschaften, Architektur, Food, Produkte … bei der Reportage- & Peoplefotografie bin ich letztendlich hängen geblieben. Jeder sollte sich auf maximal drei Genres festlegen, sonst findet man keine Zeit, sich zu entwickeln. Mein Genre ist "Available Light".

Was genau sind Available Lights?
"Verfügbares Licht", wörtlich übersetzt. Das ist in der Fotografie der Begriff dafür, ohne Hilfslichter auszukommen, sprich: Keine Blitze oder Strahler etc., nur die Lichter, die zur gegebenen Situation vorhanden sind. Das kann das Tageslicht sein, das durch die Gardine scheint, ein Bühnenscheinwerfer, oder auch das bisschen Restlicht, das durch ein Kellerfenster scheint. Mit meinen Worten "echtes Licht".

Bist du eher jemand, der „stundenlang“ mit Kameraeinstellungen, verschiedenen Objektiven und Techniken experimentiert, oder jemand, der einfach draufhält und es hinterher mit Photoshop „richtet“?
Weder noch! - Ich habe, egal welchen Auftrag ich erhalte, maximal 2 Objektive dabei. Ich weiß im Vorfeld, was der Kunde will und stelle mich darauf ein. Wenn ich hinterher nur zwei Optionen habe, beispielsweise eine 50er Festbrennweite und ein 14-24mm Weitwinkel-Zoom, weiß ich auch gleich, was ich für Möglichkeiten habe. Es gibt dann nur ein "Entweder" oder ein "Oder". Das Einzige, worüber ich jetzt noch nachdenken muss, ist „Wann drücke ich auf den Auslöser?“ Dennoch: das Bild kann noch so gut sein, die Nachbearbeitung spielt hinterher natürlich auch eine wesentliche Rolle. Man will ja seine Handschrift einbringen. 60% eines guten Bildes macht tatsächlich die Nachbearbeitung aus.

Mit den Lichtern spielen!  - Fotograf Maik Fischer im InterviewWie läuft ein Shooting bei dir ab? Hast du irgendwelche „Macken“, Dinge, die immer vorhanden sein müssen oder etwas in der Art?
Die Bilder müssen ebenso wie das Available Light "echt" sein. Ich mag nicht diese typischen Klischee-Bilder, die man in jedem Atelier im Schaufenster sieht. Man muss nicht immer vor einer Leinwand auf einem Fell sitzen, posen und in die Kamera grinsen. Zu meinem Briefing gehören immer die Worte "Sei du selbst, mach alles, aber grins nicht in die Kamera" :D Immer vorhanden sein muss eine vertrauensvolle Basis. Bevor man nicht ein paar Persönlichkeiten ausgetauscht hat, funktioniert das Ganze nicht. Man muss sich etwas kennenlernen.

Was fotografierst du am liebsten?
Hübsche Menschen - mit hübsch meine ich nicht nur das Äußere. Hübsch steht bei mir auch für offen, ehrlich und authentisch. Gepflegtes Aussehen und ein geschmackvoller Kleidungsstil sind ebenfalls von Vorteil.

Gibt es Elemente, die sich in deinen Bildern immer wieder wiederholen?
Ja klar, jeder hat doch seinen persönlichen Stempel :) im Studio: Ringlicht,  Outdoor: Tiefenschärfe, ein weiteres Merkmal ist eine Vignettierung (Abschattung zum Rand hin) in 95% meiner Bilder.

Hast du mal etwas total Verrücktes fotografiert oder hast bei einem Shooting schon mal etwas Verrücktes erlebt?
Mein damaliger Auftraggeber hat sich nie klar ausgedrückt und ist auf Fragen immer ausgewichen. Ich sollte in einem neuen Wellness-Club das Interieur und Personal fotografieren, für Flyer und Webseite etc.. So schön, so gut, war ja nichts Neues… dachte ich. Als mich dann die Empfangsdame in Dessous empfing, musste ich sauer aufstoßen. Naja, ich habe das Ganze schnell durchgezogen und jegliche weiteren Aufträge abgelehnt.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde (du könntest jedes Modell buchen, jedes Kostüm und jede Kulisse verwenden, jedwede Ausrüstung verwenden), wie sähe dein Traumfoto aus?
Wow! Eine interessante Frage.
Doch ich wäre da ziemlich bescheiden. Ich würde meine Frau fotografieren, gemeinsam mit meiner Tochter, die in wenigen Wochen das Licht der Welt erblickt. Kein Kostüm oder sonderbares Outfit. Jedoch würde ich verreisen. Ich würde mit den beiden nach Kuba fliegen. Dort haben wir unsere Flitterwochen verbracht. Ich würde sogar das gleiche Hotel dafür buchen. Eine neue Ausrüstung bräuchte ich dafür nicht. Ich würde eine Nikon D800 mitnehmen und ein 24mm 1.4 dabei haben.

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» [ Photolife-Homepage ]

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