Er liebt die Frauen. Gerne auch gleichzeitig mehrere. Barney Stinson aus „How I Met Your Mother“ ist der geborene Ladykiller. Im echten Leben hat Darsteller Neil Patrick Harris allerdings andere Vorlieben.
Barney-Darsteller Neil Patrick Harris schwul? Eigentlich nicht zu glauben. Nur Weiber im Kopf und dann mit Männern…. Nicht vorstellbar. Aber warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil wir Neil Patrick Harris alias Barney Stinson schon längst in eine Schublade gesteckt haben. Typisieren nennen Soziologen das – und dieses erste Bild lässt sich eben nur schwer ändern. Die ist bestimmt ne Tussi, der ein Spiesser. Ein Blick und fertig. So einfach geht das.
Schauspieler stellen uns da jedoch vor eine Herausforderungen. Wir wissen, dass es einen Unterschied gibt, zwischen dem Schauspieler und seiner Rolle – und irgendwie auch nicht. Wir spekulieren gerne, wie viel von der Rolle in einem Schauspieler steckt. Aus irgendeinem Grund scheint es uns schwer zu fallen, uns vorzustellen, dass eine authentisch gespielte Rolle eben nur gespielt ist. Wenn ein Typ wie Charlie Harper kaum noch von seinem Darsteller Charlie Sheen zu unterscheiden ist, fühlen wir uns bestätigt. Wir haben das Gefühl die Personen zu kennen. Beide, Sheen und Harper.
Wer Barney kennt, kann sich nur schwer vorstellen, dass sein Darsteller Neil Patrick Harris eben nicht Barney ist. Dafür ist Barney einfach zu extrem. 24 Stunden am Tag kreisen seine Gedanken ums Flachlegen. Da werden Berufe erfunden, Fake-Websiten erstellt und Verständnis geheuchelt. Da gibt es seine Männerbibel, den Bro-Code, und den maßgeschneiderten Anzug, ohne den man einfach nicht aus dem Haus gehen darf. Er ist wie James Bond ohne Waffen und Luxusschlitten. Aber mit der Lizenz zum Aufreißen.
Der Mensch Neil Patrick Harris ist jedoch anders. Keine Anzüge. Keine Bindungsprobleme. Keine Frauen. Seit diesem Jahr ist er mit seinem Lebensgefährten David Burtka verheiratet und zusammen sind sie Eltern eines Zwillingspärchens. Das ist offensichtlich nicht Barney. Wir fühlen uns betrogen. Ohne Grund.
Unser Schubladenbild war schlichtweg falsch. Vielleicht fällt uns das auch viel zu selten auf. Vielleicht ist die blöde Kuh gar nicht so blöd und der Typ im Anzug gar nicht so spießig, wie wir es erst mal annehmen. Schubladendenken ist einfach, es hilft, das Leben einfach zu machen. Die Schubladen zu zersägen, ist dagegen nicht so einfach, es ist Arbeit. Aber vielleicht auch befreiend und voll mit neuen Erkenntnissen. Deswegen: Her mit der Chance für den zweiten Eindruck!
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Juli 24th, 2012 um 18:00
Kleine Anmerkung: David und Neil sind nicht verheiratet. :-)