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Ww:
Wer hat wen getroffen, und wie wurde Solanoid gegründet?
Lee: Ich
traf Adam durch eine Zeitungsanzeige in einem Musikshop vor vier Jahren.
In dieser Zeit spielten ein Mädchen namens Lyndsey bei uns Bass.
Wir trafen Vic, weil er die Bands für einen lokalen Veranstaltungsort
buchte, wo auch wir spielten. Als Lyndsey uns verließ, fragten wir Vic,
sich uns anzuschließen.
Ww: Victor Crane verließ die Band dann aber kurz bevor "Aurora
Avenue" erschien. Wie habt ihr den neuen Bassisten Jon Crawford gefunden?
Lee: Jon spielte
in einer anderen lokalen Band, mit der wir bereits ein paar mal gespielt
haben. Vor 6 Monaten hat er sich dann uns angeschloßen.
Ww: Ihr werdet oft in einem Atemzug mit der Grunge-Band NIRVANA genannt.
Ist das eine Ehre für euch oder stört euch der Vergleich eher?
Lee: Nirvana sind
das Gegenstück unserer Generation zu Jimmy Hendrix oder den Beatles.
So ist es eine Ehre, mit ihnen verglichen zu werden. Aber offensichtlich
wollen wir als unsere eigene Band bekannt werden.
Ww: Zählt einige Eurer Lieblingsbands und Alben auf. Wer hat euch in eurer
Musik beeinflusst?
Lee: Als ich anfing
Musik zu machen, war ich inspiriert von den Alben "Lovey" von den LEMONHEADS
und "Dirty" von SONIC YOUTH. Momentan mag ich Bands wie BIFFO CLYRO und
JETLANE LANDING sehr. Mit beiden haben wir erst kürzlich zusammen gespielt.
Ww:
Wie beschreibt ihr Euren eigenen Stil?
Lee: Es ist immer
schwierig den Stil deiner eigenen Musik zu beschreiben, weil du sehr tief
darin hängst . Ich würde uns aber als Alternative-Rock bezeichnen.
Magazine haben uns als alles von Post-Grunge bis Emo beschrieben. Aber
wahrscheinlich ist am Besten, die Person entscheiden zu lassen, die unsere
CD hört.
Ww: Hat sich Eure musikalische und künstlerische Vorstellung geändert,
seitdem Ihr die Band gegründet habt?
Lee: Ja, ich denke
das hat sie. Ich glaube, dass du als Musiker wachsen musst und neue Sounds
entdecken musst, andernfalls verkümmerst du. Menschen, die die Band hören,
wollen nicht das gleiche Album hören, das immer und immer wieder veröffentlicht
wird, genauso wie wir nicht immer und immer wieder dasselbe Album machen
wollen. Ich glaube, die besten Bands tüffteln immer und erweitern
ihren Sound von Album zu Album. Wahre Fans erlauben es einer Band, dies
zu tun.
Ww:
Ist die Musik ein Weg für Euch, Euch weiterzuentwickeln und als Person
zu wachsen?
Lee: Die Musik
generell ist über vergangene Erfahrungen, so würde ich nicht sagen, dass
es mir hilft, als Person zu wachsen. Aber auf Tour gehen und neue Menschen
zu treffen, mit denen wir arbeiten, kann dir helfen als Person und als
Musiker zu wachsen.
Ww: Eine andere Paralelle zu Nirvana ist, dass ihr euer Debüt-Album "Aurora
Avenue" in Seattle aufgenommen habt. Jack Endino, der einer der Produzenten
von Nirvana's Bleach Album war, hat es es sogar produziert. Wie kam es
zu dieser Zusammenarbeit?
Lee: Unser Manager
hatte Kontakt zu Jack, so schickten wir ihm ein paar Demos und er mochte
das Material und bot uns an, mit uns zu arbeiten. Es war großartig die
Chance zu haben mit einem Typen zusammen zu arbeiten, dessen Name in die
Rock City hinabgehen wird, durch Arbeit, die er mit einflussreichen Bands
gemacht hat.
Ww:
Was bedeutet der Titel eures Albums?
Lee: Aurora Avenue
war der Name der Straße, in der wir in Seattle gelebt haben, während wir
dort das Album aufgenommen haben. Wir dachten auch, es passt zu dem Gefühl
des Materials.
Ww:
Plant ihr einige Auftritte in Deutschland in der nächsten Zeit?
Lee: Ja. Wir versuchen momentan eine Tour in Deutschland für das nächste
Frühjahr auf die Beine zu stellen. Wir freuen uns alle darauf.
Ww:
Was können wir von euren Live-Shows erwarten?
Lee: Wir versuchen immer soviel Energie wie möglich in unsere Live-Shows
zu bringen. Voraussetzung sind laute Gitarren und eine Menge an Schweiß.
Außerdem probieren wir oft neue Songs aus, um zu sehen, wie die Leute
darauf reagieren. Wenn du also kommst, um uns live zu sehen, könnest du
eine Hörprobe von neuem Material bekommen.
Ww:
Mehr und mehr sensible Emo-Kapellen kommen auf den Markt. Was ist eure
Meinung über die Emo-Welle?
Lee: Ich denke, obwohl es einen bestimmten Sound
gibt, der Emo genannt wird, ist es nur ein anderer Weg für Menschen, eine
Band in eine Schublade zu stecken. Wir wurden vorher auch Emo genannt.
Emo steht für "emotional" und natürlich sollten alle Bands emotional
sein?
Ww:
Worauf
freut ihr euch für das nächste Jahr?
Lee: Wir planen, unser zweites Album nächstes Frühjahr
aufzunehmen und noch viel mehr zu touren, hoffentlich durch ganz Europa
und natürlich Großbritannien. Wir wollen im nächsten Sommer
auch ein paar Festivals spielen.
(Interview von Julia Hansmeyer)
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