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Google Street View - Mein Haus im Netz

am 13 September 2010 von Thomas.Dick

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Bald will Google seinen Dienst Street View auch für 20 deutsche Städte anbieten. Doch es regt sich Widerstand von Datenschützern und Politikern, die einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte fürchten. Möglichkeiten, sich  gegen Street View zu wehren, gibt es, nur kennt sie nicht jeder. Aber besteht Grund, besorgt zu sein?

Google Street View - Mein Haus im Netz

Google Streetview

Das Prinzip ist simpel: Jeder Nutzer soll komplette Städte bei einem virtuellen Rundgang besichtigen können. Einige sehen darin einen weiteren Schritt zum „gläsernen Bürger“ - dem Menschen, von dem alles bekannt ist - und  wollen ihre Häuser nicht per Mausklick einsehbar wissen. Für andere stehen die Möglichkeiten im Vordergrund. Diese ergeben sich für Menschen, die gern reisen und sich über ihr Reiseziel informieren wollen. Sie werden mit  Google ihre Routen erstmals in 3D einsehen können. Reisefaule können sich über die Möglichkeit zu einem virtuellen Stadtrundgang freuen, ohne den eigenen Schreibtisch zu verlassen. Den größten Profit werden aus Street  View aber sicher Google und seine Werbepartner ziehen, da geplant ist, Werbung einzubauen.

Google Street View - Mein Haus im Netz

Street-View-Auto

Um die Frage, ob die Ängste vor Street View begründet sind, ist mittlerweile ein Streit entbrannt. Während Politiker wie Außenminister Westerwelle und die Minister für Verbraucherschutz Aigner angekündigt haben, ihre  Häuser verpixeln zu lassen, hat die Bild- Zeitung jüngst zu verstehen gegeben, dass Street View bei näherer Betrachtung gar nicht so schlimm sei. Fakt ist: Street View zeigt keine Livebilder, sondern nur Fotoaufnamen. Gesichter und Nummerschilder werden von vornherein verpixelt. Fakt ist auch: Google fotografierte aus einer Höhe von 2,50 Metern, die bei Schnappschüssen von Touristen nicht erreicht wird. Hecken und Zäune, die zum  Schutz der Privatsphäre gedacht sind, helfen nicht vor Street View. Ein Bild, das bei Street View hochgeladen wird, ist dort für bisher unbestimmte Zeit zu sehen. Renoviert zum Beispiel ein Unternehmen sein baufälliges  Geschäftsgebäude, weiß es nicht, wann die Kunden statt der alten Bruchbude die neue Immobilie bewundern können. Bei den Beschwichtigungen durch Bild und andere große Zeitschriften weiß man nicht genau, ob diese Street  View wirklich befürworten oder die Artikel so positiv sind, da Google im Rahmen einer Image- Kampagne überdimensionierte und damit sehr kostspielige Anzeigen geschaltet hat.

Es gibt im Hinblick auf Datenschutz sicher bedenklichere Dinge als Street View. Es hat sich fast zu einem Trend entwickelt, dagegen zu sein. Daran ist Google hauptsächlich selbst schuld. Das Unternehmen muss das eigene  Vorgehen aufarbeiten und sich fragen, warum sie es so eilig hatten, dass sie auf den Dialog mit Politik, Unternehmen und Privatpersonen verzichteten.

Ob man das eigene Haus verpixeln lassen will, muss jeder selbst entscheiden. Den eine überzeugende Grund dafür oder dagegen gibt es nicht. Sollte man sich dazu entschließen, kann man die Unkenntlichmachung auf  www.google.de/help/maps/streetview/ oder per Brief bzw. E-Mail beantragen. Zu den Städten, die bei Street View zu sehen sein sollen, gehört zwar keine aus der Region, die Kamera-Wagen wurden aber schon in Kassel gesehen. (rd)

»[Google]

» Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Printausgabe 09/2010 des Magazin Wildwechsel.


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