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documenta-Installation auf dem Friedrichsplatz

am 14 August 2017 von Matthias



documenta-Installation auf dem Friedrichsplatz
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Hiwa K im Vordergrund: Produktdesignstudenten der Kunsthochschule Kassel (im Hintergrund) bauten die Röhren zu „Wohnungen“ aus.

Hiwa K im Vordergrund: Produktdesignstudenten der Kunsthochschule Kassel (im Hintergrund) bauten die Röhren zu „Wohnungen“ aus.

Nanu, was ist denn das? Den Besuchern der in diesem Jahr stattfindenden documenta XIV in Kassel ist die Röhreninstallation des iranischstämmigen Künstlers Hiwa K auf dem Friedrichsplatz vor der documenta-Halle bereits aufgefallen.

Was zunächst wie ein Bauprojekt aussieht, besteht in Wirklichkeit aus mit Büchern, Betten und Alltagsgegenständen befüllten Abwasserrohren. Allerhöchste Zeit, die Hintergründe des Kunstwerks einmal genauer zu beleuchten.

Die Koordination des Aufbaus des Kunstwerkes wurde vom städtischen Wasserversorger und Abwasserentsorger KASSELWASSER organisiert. Am 23. September 2015 begutachtete Hiwa K zum ersten Mal das Kasseler Klärwerk, wo einige Abwasserrohre zwischengelagert wurden. Von diesen Eindrücken geleitet ließ Hiwa K später 60 Teilrohre nach seinen Vorstellungen fertigen und installierte diese mit der Hilfe von KASSELWASSER.

Die Gesamtprojektleitung übernahm dabei Dipl.-Ing. Arno Bauer von KASSELWASSER. Bei einem Treffen mit Arno Bauer und Karl-Heinz Rangk von KASSELWASSER sowie Benjamin Koziol von der documenta, äußerte Hiwa K den Wunsch, aus ästhetischen Gründen auf die ansonsten übliche Glasur der Rohre zu verzichten. Die dadurch erhaltene ockerfarbene Optik erinnert somit eher an gestürzte griechische Tempelsäulen.

Ein Kompromiss musste gefunden werden zwischen Hiwa Ks künstlerischer Vision einerseits und der baustatischen Sicherheit andererseits. Immerhin handelt es sich um rund 81 Tonnen schweren Abwasserkanalrohre, die sicher gestapelt werden mussten. Diese Rohre wurden speziell für Hiwa K in Frechen bei Köln angefertigt und direkt zum Kasseler Friedrichsplatz geliefert.
Die Installation von Hiwa K ist nicht zuletzt auch ein Reminiszenz an griechische Abwasserrohre, in denen Flüchtlinge lebten. Die Besucher der documenta bekommen so einen Einblick in das Leben in der Horizontale, die in unserer auf Vertikale ausgerichteten Existenz kaum noch eine Rolle spielt.

» Hiwa K, When We Were Exhaling Images, Friedrichsplatz, Kassel

Webseite der Documenta XIV


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