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»Der 8. Zwerg« seit 24. November in der GRIMMWELT: Märchenhafte Erlebnispräsentation für die ganze Familie

am 04 Januar 2017 von Matthias

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Der Bereich: »Der Schlüssel zum Schloss« © GRIMMWELT Kassel, Foto: Harry Soremski

Der Bereich: »Der Schlüssel zum Schloss« © GRIMMWELT Kassel, Foto: Harry Soremski

Mit ihrer neuen Sonderpräsentation »Der 8. Zwerg« eröffnet die GRIMMWELT Kassel seit dem 24. November ihren Gästen überraschende und vertraute Perspektiven auf die fantastische Welt der Grimmschen Märchen. Die von GRIMMWELT-Leiterin Susanne Völker kuratierte und Archimedes Exhibitions gestaltete Sonderschau bietet einem breiten Publikum spannende Einblicke, viele interaktive Möglichkeiten zum Entdecken mit allen Sinnen und Themenstellungen, die sowohl Kindheitserinnerungen wecken als auch Überraschungen parat halten. 

Über 200 Märchen haben die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm vor rund 200 Jahren gesammelt. Nicht einmal zwanzig davon kennt heute jedes Kind: »Schneewittchen«, »Dornröschen«, »Rotkäppchen« und »Der gestiefelte Kater« sind weltbekannt, aber was ist mit »Jorinde und Joringel«, »Brüderchen und Schwesterchen« oder gar »Der König vom goldenen Berg« oder »Der Krautesel«? Wer soll sich in all den Märchen mit ihren listigen und mutigen Helden und gruseligen Bösewichten zurechtfinden? Einen gibt es, der sich in der Märchenwelt auskennt wie kein Zweiter: Der 8. Zwerg.

Der 8. Zwerg führt die Besucher aus seiner ganz eigenen Perspektive durch bekannte und unbekannte Märchen. In allen Bereichen der Präsentation – vom Burggraben hinab bis hinauf zu Rapunzels Turm erzählt er Märchenhaftes: Er zeigt großen und kleinen Besuchern den Weg zum Schloss, unglaubliche Verwandlungen vom Mensch zum Tier und schwindelerregende Höhen. Er führt durch irritierende Licht- und Schattenwelten, lässt Besuchern den Doppelzauber der Märchen spüren und nimmt sie mit in seine Welt voller Spiele, Kreativität und Entdeckergeist.

»Rotkäppchen und der gestiefelte Frosch«

Gleich zum Eintritt in die Welt der Märchen steht eine Entscheidung: Groß oder klein? Durch welchen Eingang gehe ich? Märchen sind voller Wunder und Überraschungen: Riesiges wird plötzlich winzig klein, Bedrohliches ist eigentlich ganz harmlos und selbst die Gesetze der Schwerkraft gelten nicht mehr. Der erste Bereich »Rotkäppchen und der gestiefelte Frosch« zeigt die Beziehungen zwischen Mensch und Tier in den Grimmschen Märchen auf und handelt von den Verwandlungen vom einen in das andere. Die »Zoetrope« mit Illustrationen von Katrin Nicklas zeigen die Verwandlungen von Jorinde zur Nachtigall und vom Prinzen zum Bär.

Beim riesigen interaktiven Wimmelbild (4 m breit, 2,10 m hoch) geht es darum, bekannte Figuren der Grimmschen Märchen im großen Geschichtenwald zu entdecken und spielerisch zu testen, wie gut die Besucher die Märchen eigentlich kennen. Wissen sie den Märchengestalten die passende Figur zuzuordnen? Der siebenminütige Puppentrickfilm »The old man and the bird« von Dennis Stein-Schomburg, Künstler und künstlerischer Mitarbeiter der Kunsthochschule Kassel, zeigt eine nachdenkliche Geschichte. Sie erzählt von einem alten Mann, der zurückgezogen und einsam in einer Hütte lebt, bis ihn ein verletztes Rotkehlchen in den tiefen Schnee vor seine Tür führt und der Kreislauf des Lebens seinen Weg nimmt. Besuchern, die Lust auf Schmökern bekommen haben, steht hier eine umfangreiche Bücherinsel zur Verfügung: Unterschiedliche Werke zeigen das weite Bilderspektrum auf, das sich um die Grimmschen Märchen entwickelt hat. Dabei stehen diejenigen Märchen im Vordergrund, die sich mit Verwandlungen und Beziehungen zwischen Mensch und Tier beschäftigen.

»Der Schlüssel zum Schloss«

Um zum nächsten Bereich »Der Schlüssel zum Schloss« zu gelangen, ist eine weitere Besucherentscheidung gefragt. Besuche ich das Schloss als Mensch oder als Tier? Möchte ich wie eine Prinzessin in das Schloss hineintanzen oder wie ein Frosch hineinhüpfen? Hier hüpft oder tanzt der Besucher hinein in eine Welt der Perspektivwechsel, die ihn staunen und verweilen lässt: Die Gesetze der Schwerkraft gelten nicht mehr. Wer wird optisch hier ganz entspannt zum Fassadenkletterer?

Es gibt noch weitere gute Gründe, beim Schloss zu verweilen: In den beiden Türmchen sind verschiedene Hörstationen untergebracht. In einem erklingen drei märchenhaften Kompositionen der Musikerin Regine Brunke. Die andere lässt selbst erfundene Märchen ertönen, die Felix Dünnemann mit Kindern des Horts Landaustraße bei einem Workshop der GRIMMWELT Kassel erarbeitet hat, wie »Der Prinz auf seiner Reise«, »Die gemeine Hexe« und »Die kleine rote Paprika«. In den Türmchen gibt es auch Buchexemplare und Gesamtausgaben der Grimmschen Märchen zum Schmökern. Es lohnt sich also, auch hier eine kleine Leserast einzulegen.

An den Wänden gegenüber hängen die Illustrationen von Josef Hegenbarth aus der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel: »Marienkind«, »Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein«, »Die Goldkinder«, »Der König vom goldenen Berg«, »Der Krautesel«, »Die Gänsehirtin am Brunnen«. Sie zeigen die verborgenen Seiten der Märchen und unbekannte und auch unheimliche Aspekte. Sie leiten über zum nächsten Bereich: »Licht- und Schattenwelten«.

Vorher kommt der Besucher noch an einem 53 Meter langen Rapunzelzopf vorbei; ein Kunstwerk, das die GRIMMWELT Kassel kürzlich erworben hat. Vom Künstlerehepaar Khanous-Zobel aus Köln aus blondem Kunsthaar gewebt und geflochten, trägt es den Titel »Hommage an die Brüder Grimm«. Der Rapunzelzopf windet sich in zahlreichen Schleifen und Kurven den hohen Turm hinab. Darunter findet sich das »Rapunzel« des bekannten Künstlers F.K. Waechter aus der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel. Der Zeichner, Karikaturist, Cartoonist und Autor von Kinderbüchern und Theaterstücken gibt der bekannten Märchenthematik hier eine ganz eigene überraschende Wendung.

Weiter geht es auf der interaktiven Reise durch die Welt der Märchen: Eine Endlosrolle mit dem Wimmelbild des Kasseler Illustrators und Grafikdesigners Markus Lefrançois lädt dazu ein, selbst kreativ zu werden.

»Licht- und Schattenwelten«

Nun tritt der Besucher ein in einen neuen thematischen Bereich: Sechs Schattenrisse der Künstlerin Luise Neupert aus der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel aus der Reihe »Dornröschen« und »Rapunzel« prägen das Zusammenspiel von Gut und Böse in den »Licht- und Schattenwelten«. Hier können Besucher auch beim Einstieg ins Schattentheater mit Rumpelstilzchen zusammen tanzen. Und mal ganz ehrlich: Wer wollte sich nicht einmal als Aschenputtel den Schuh vom Prinzen anziehen lassen? Beides ist hier möglich.

Eine weitere Installation stellt das Märchen »Schneewittchen« auf den Kopf. Wie wäre es eigentlich, wenn Schneewittchen auch andere Eigenschaften hätte als immer »die Schönste im ganzen Land« zu sein? Was würde es an der Geschichte ändern, wäre sie noch erzlustig, stark, vergnügt und manchmal auch ein wenig leichtsinnig? Hier können die Besucher Schneewittchen ganz persönlich mit weiteren Eigenschaften ausstatten, so dass sie sich nicht mehr allein hinter ihrer alles überleuchtenden Schönheit verstecken muss.

»Doppelzauber«

Überraschende Wendungen und große wie kleine Wunder inner- und außerhalb der Märchenwelt finden hier Anklang und Widerhall. In einer Vitrine wird die Vielfalt der verschiedenen Märchen im Wandel der Zeit ab 1965 bis heute als Schallplatten, Dias, Videos, DVDs und Kassetten aus der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel gezeigt.

Fünf Fotografien von Frank Kunert führen ins 21. Jahrhundert. Unter den Titeln »Ein königliches Mahl«, »Hänsel und Gretel sind satt«, »Rapunzels neue Waschmaschine«, »Rotkäppchen hat sich entschlossen, Großmutter doch nicht zu besuchen« und »Spieglein, Spieglein an der Wand« zeigt jedes Werk unbekannte und verblüffende Aspekte aus bekannten Märchen.

Mut erfordert es, auf dem Rapunzelzopf über den Burggraben zu balancieren und auch dabei Bekanntes oder Überraschendes zu entdecken. Wer diesen Mut bewiesen hat, ist reif für Kurzweil und Entspannung im Spielezimmer.

»Das Spiel des 8. Zwergs«

Dieser Bereich bietet dem Besucher vielfältige Möglichkeiten: Auf einem Spieletisch können verschiedene von Märchen inspirierte Spiele gespielt werden wie »Memo 3«, »Sagaland« oder »Hase und Igel«. Die Märchen der Brüder Grimm haben mit ihrem Zauber nicht nur Künstler, Theater- und Filmemacher inspiriert, sondern auch viele Spieleerfinder. Die Vitrinen präsentieren historische Brettspiele, Würfelpuzzles und Spielkarten der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel.

Ein krönender Abschluss: Auch der 8. Zwerg hat ein Spiel erfunden. Ein Würfelspiel lässt mit seiner fachkundigen Begleitung den Rundgang noch einmal Revue passieren. Besucher können hier den Spielplan des 8. Zwergs mitnehmen. Die Spielsteine, Würfel und eine Anleitung dazu gibt es im Shop der GRIMMWELT. So können sie die Ausstellung später zuhause noch einmal in Form eines Spiels ablaufen und nacherleben.

» [ Website der Grimmwelt Kassel ]


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