The Rasmus, HIM & mehr
Finnland rockt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Superhit »In The Shadows« von THE RASMUS steigt das Interesse an finnischer Rock- und Popmusik. Nachdem in den letzten Jahren die Norweger mit kraftvoll-dreckigem Rock den Kontinent gestürmt hatten, sind jetzt die Finnen zu allem bereit.

er Erfolg von THE RASMUS kam nicht über Nacht. Schon vor 9 Jahren begannen die Jungs mit dem Musikmachen - als eine Schülerband von vielen. Das Erfolgsalbum »Dead Letters«, von dem der Superhit stammt, ist in Finnland bereits ihr fünftes Werk. Doch THE RASMUS hatten einen guten start: Schon das Debütalbum »Peep« erreichte Goldstatus in Finnland. Die Zeit war damals reif für eine neue Generation von Rockbands, die frische Musik der jungen Band wurde zum Vorreiter. Mehr als 100 Auftritte im Jahr folgten, und die Gruppe geriet das erste Mal außer Atem. Ein neues Album mit dem Titel »Playboys« wurde aufgenommen und festigte den Ruhm. Man spielte nun schon landesweit im Vorprogramm von Stars wie RED HOT CHILI PEPPERS und GARBAGE. 1999 gelang ihnen mit dem Titel »Liquid« vom Album »Hellofatester« ein echter Single-Hit, 2001 folgte mit »F-f-f-falling« ein Nachfolgesong, der zum Hit des Jahres in Finnland avancierte. Das folgende Album »Into« erreichte Doppelplatin. International war man als Support von HIM, ROXETTE und DOVER in Lettland und Deutschland unterwegs. Zurück in Finnland wurden alle wichtigen Musikpreise erobert. Im Januar 2003 ging es dann noch einen Schritt weiter: Die Hitsingle »In The Shadows« erschien und stürmte die Charts in den skandinavischen und baltischen Staaten. Es dauerte noch ein paar Monate, doch dann wurde der Song auch international ein Renner. Das dazu gehörige Album »Dead Letters«, das im September 2003 erschien, wurde ebenfalls in ganz Europa ein Erfolg.

Schon vor THE RASMUS schaffte die 1996 gegründete Band »His Infernal Majesty« - besser bekannt unter dem Kürzel HIM - den Durchbruch. Die Düster-Metaller um Frontman Hermanni Valo, in dessen Texten sich alles um Liebe, Sünde und Tod dreht, haben inzwischen Kultstatus erreicht. Zur Zeit unterstützen sie für den Jägermeister Band Support deutsche Nachwuchsbands. Schon mit ihrem Debüt-Album »Greatest Love Songs Vol.666« schafften HIM in Finnland den Durchbruch mit Gold und zwei Top-Ten-Singles. In Deutschland sorgten sie das erste Mal mit einer Coverversion von Chris Isaaks »Wicked Game« für Aufsehen. Der Durchbruch kam, als sie zu Roland Emmerichs Science-Fiction-Thriller »13th Floor« im deutschprachigen Raum den Titelsong »Join me« schrieben. Die Single kletterte Anfang 2000 an die Spitze der Charts, gefolgt vom ebenso erfolgreichen Album »Razorblade Romance«. Die Gruppe erreicht beileibe nicht nur die Gruftis: kreischende Mädels und ausverkaufte Konzerte, wohin die Gruppe auch kommt! Mit »Deep Shadows And Brilliant Highlights« folgt 2001 ein Album, das den Superstarstatus zementiert. Der Erfolg liegt wohl daran, dass HIM sägende Gitarren und unendliche Traurigkeit mit eingängigen Melodien und einer - gerade noch erträglichen - Dosis Schmalz verbinden. Die Kritiker der renommierten Rock-Website [ www. laut.de ] bezeichnen HIM deshalb auch nicht ganz zu Unrecht als »Popwolf im Metal-Schafspelz« In Amerika läßt der Durchbruch noch auf sich warten: Dort muss sich die Gruppe allerdings auch H.E.R. nennen, da eine amerikanische Band berits die Rechte an dem Namen H.I.M. hat.

Die Dritten im Bunde sind APOCALYPTICA, der wohl außergewöhnlichste Rockexport aus Finnland. Die Musiker der Band, alles Cellisten, verbinden die Liebe zur Klassik mit der zu satten Metal-Klängen. So überraschten sie die Welt 1996 mit ihrem Debüt »Apocalyptica plays Metallica by four cellos« - ein absurdes Konzept, das erstaunlicherweise aufging. So wurde auf dem Nachfolgealbum »Inquisition Symphony« kräftig nachgelegt und auch SLAYER, PANTERA und SEPULTURA bekamen ihre Cello-Coverversionen. Dann begann man auch eigene Stücke ins Konzept zu integrieren, das Album »Cult« und vor allem das, das Metal-Konzept sprengende vielschichtige Werk »Reflections« zeigt die Gruppe auch kompositorisch auf der Höhe der Zeit. Was uns demnächst noch erwarten kann, offeriert der Sampler »Finnish Rockumentary 2003«, der die aktuelle Szene dokumentiert. Neben THE RASMUS finden sich da THE CRASH mit ihrem gitarrenorientierten, melodischen Power Pop und die Techno-Jazzer RINNERADIO. Oder die fünf jungen Mädels von NERDEE, neben denen die NO ANGLES aber sowas von alt aussehen. Psychedelisches und Funk verbinden sich bei den HYPNOMEN zu einer belebenden Mischung. Elektronischer Downtempo Pop ist das Markenzeichen von ACCU. Rock, HipHop und Breakbeat verbinden sich bei MIGHTY 44. Und THE 69 EYES bieten Gothic Pop voller schöner Schauer, während LORDI mit ihrer schrillen Musik und ihrer schrägen Bühnenshow an KISS und ALICE COOPER erinnern. Da geht noch Einiges: Man darf gespannt sein auf "the next big thing" aus Finnland! (lj)

[ www.him-music.de ]
[ www.the-rasmus.de ]
[ www.apocalyptica.de ]