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Flash Mobs |
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Nichtsahnend
bummelt man durch die Innenstadt, besichtigt ein berühmtes Gebäude oder
steht an der Kasse im Kaufhaus. Und plötzlich sind sie da: Dutzende, Hunderte
von Menschen, die kurz ein paar skurrile Dinge anstellen, um wenige Augenblicke
später wieder im Nichts zu verschwinden. Ein in dieser Zeit weltweit zu
beobachtendes Phänomen. Aber was ist das? Flash Mobs nennen sich diese scheinbar spontanen Menschenansammlungen
auf Plätzen und in öffentlichen Gebäuden. Das Wort leitet sich aus den
englischen Begriffen "Flash" (Blitz) und "Mob" (Menschenmenge) ab. Maximal
10 Minuten wird einer auffällig merkwürdigen, Aufsehen erregenden Beschäftigung
nachgegangen. Die Planung hierfür erfolgt simpel. Eine Email oder eine
SMS mit dem Hinweis zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu
sein, wird an etliche Leute weitergeleitet, die Mitglied einer entsprechenden
Internetgemeinschaft sind. Diese Communities bilden sich täglich in den
aber tausenden Foren und Chats im Netz. Benötigt werden nun lediglich noch eine möglichst absurde Idee und eine
genau gehende Armbanduhr, denn Pünktlichkeit ist das A und O. Ihren Ursprung
haben diese durchaus dadaistischen Aktionen in Amerika, wo sie sich durch
Originalität und Qualität auszeichnen. Von New York aus breiteten sie sich dann innerhalb weniger Wochen dank
des World Wide Webs unter Spaßvögeln in der ganzen Welt aus. Aus der Idee
eines unbekannten New Yorkers ist so ein neuer Freizeittrend geworden. Sinn des Ganzen ist, dass es sinnfrei ist, denn ein politisches oder
kommunizierbares Anliegen haben diese Aktionen scheinbar nicht. Je erstaunter
die Außenstehenden, desto größer der Spaß der Beteiligten. Je größer der
Spaß, desto größer der Erfolg. Andere jedoch vermuten hinter dem Mob-Konzept
eine neue soziale Revolution. Flash Mobs zeigen die Fähigkeit größerer
Menschengruppen mit gleichen Interessen, sich unverzüglich zusammenzufinden.
Das ist allerdings nicht Neues: Antiglobalisierungsaktivisten oder aber
Anhänger extremer Szenen organisieren ihre Proteste schon seit langem
flexibel und vor allen Dingen unter Ausschuss der Öffentlichkeit per Internet
und Handy. Doch kein Trend ohne Kommerz: Die Presse ist, wenn möglich, zu gegen. Denn ein großer Fehler ist, dass die "geheimen" Treffpunkte oft zu frühzeitig im Internet bekanntgegeben werden. Des weiteren sehen Radiosender und Agenturen die Flashmobs als Werbemöglichkeiten. Hatte der z.B. der "Matrix" - Flash Mob in Tokio nicht etwa einen werbetechnischen Effekt?! Kritiker vermuten, dass sich die Flash Mobs bald durch ihre eigene Popularität selbst erledigen werden. Bis dahin sollen aber in fast allen größeren deutschen Städten weitere absurde Aktionen stattfinden. Auch für Paderborn und Kassel gibt es bereits Planungen. Also nicht wundern, wenn demnächst plötzlich dutzende von Menschen vor dem Rathaus auftauchen, ein paar Zeilen aus dem Gotteslob singen und genau so plötzlich, wie sie gekommen sind, wieder verschwinden. Das war bloß ein Flash Mob. (jh)
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