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Die Orion fliegt wieder |
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Was
heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein
Märchen von Übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die
Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der
Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten
durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die
»Orion«, winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor
Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die »Orion« und ihre Besatzung
bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit... Kultstatus
bekamen die Kulissen von Rolf Zehetbauer, der später für seine Gestaltung von
Cabaret den Oscar gewann. Mit einfachsten Mitteln schuf er ein Design, das damals
als futuristisch empfunden wurde: Duschköpfe, Wasserhähne und Bügeleisen fanden
Eingang in die Kulisse, die heute auf charmante Weise komisch wirkt. Auf gleicher
Linie liegt die Musik von Peter Thomas, der auch die Edgar-Wallace-Krimis vertonte:
Sie klingt wie ein spaciger Verschnitt von Orchestermusik der 60er à la Kai Warner,
zu der in einer Unterwasser-Bar stilvoll herumgewackelt wurde. »Raumpatrouille
Orion« war nicht nur die erste deutsche, sondern die erste europäische Science-Fiction-Serie
überhaupt. Der Eindruck dieser Fernsehserie war so stark, dass es bis heute noch
einen Fan-Kult gibt. Dabei wurden damals nur 7 Folgen gedreht, die immer wieder
geplanten Fortsetzungspläne scheiterten aus den unterschiedlichsten Gründen. Nur
in einer nicht enden wollenden Heftchenreihe durfte die Orion weiterfliegen. Und
SAT 1 wiederholte die alten Episoden immer wieder. Nach fast vier Jahrzehnten
gibt es nun etwas Neues von der Orion: Ein Kinofilm wurde fertig gestellt.
Doch keine Angst: Noch (?) gibt es kein dünnes Remake, wie wir es von amerikanischen
TV-Serien-Klassikern wie »Schirm, Charme und Melone« und »Auf der Flucht« erleben
durften. Mit viel Respekt vor dem Original wurden Bild, Ton und Soundtrack auf
den Stand der Zeit gebracht. "Das heilige Originalnegativ wurde bei Geyer Berlin
mit Samthandschuhen angefasst, gereinigt, nass abgetastet, retuschiert und für
Kinoprojektion lichtbestimmt. Da mussten viele Flecken und Spratzer ausgebügelt
werden," so berichtet Produzent Stephan Reichenberger von den Arbeiten. Gleiche
Mühe wurde auf die Musik von Peter Thomas verwandt, der die Originalbänder von
damals beisteuerte, die nun mit moderner Tontechnik klanglich abgerundet wurden.
So entstand so etwas wie eine Mischung aus Best-Of-Collection und Director's Cut:
Die spannendsten Szenen der Serie wurden dramaturgisch geschickt zusammengefasst
vom ersten Kontakt mit den "Frogs" bis hin zum schaurigen "Invasions"-Finale.
Verbunden werden die Ausschnitte durch Zwischentexte einer Nachrichtensprecherin
der "Sternenschau" mit dem Namen Helga Krap - natürlich im stilechten »Orion«-Look.
Aber wer könnte die nur spielen??? Die Wahl fiel auf Elke Heidenreich, bislang eher bekannt als Talkshow-Moderatorin und Schriftstellerin. Die Besetzung verblüfft nur auf den ersten Blick, auf den zweiten passt die Dame perfekt ins 60s-Space-Ambiente. Elke Heidenreich genoss die Dreharbeiten laut eigenen Angaben: "Der Film ist ja zum Schreien. Das Bügeleisen! Die Wasserhähne! Die Frisuren! Am allerschönsten: die Dialoge! Ich fand alles brüllend komisch." Und noch ein Held aus der Gegenwart fand den Weg ins Orion-Universum: Den legendären Eröffnungstext (s.o.) spricht in der Kinofassung Ben Becker mit sonorer Stimme. (lj)
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