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Dank Guildo und Stefan wurde eine uralte
Institution des Fernsehens mit neuem Schwung erfüllt: der »Grand Prix Eurovision«.
Während vor wenigen Jahren kaum noch ein Sänger sich freiwillig zur Schlachtbank
Grand Prix führen lassen wollte - deutsche Künstler landeten nicht selten am unteren
Ende der Skala, das Festival wirkte hausbacken und verstaubt -, hat durch die
beiden Spaßmacher der Grand Prix auch bei jungen Leuten an Ansehen gewonnen. Außerdem
wurde die Präsentation des Festivals behutsam, aber wirkungsvoll modernisiert.
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Folge ist, dass sich in diesem Jahr altbewährte Stars und hoffnungsvolle Newcomer
um die Teilnahme am Grand Prix drängeln. Mit dabei ist eine junge Sängerin aus
Hövelhof bei Paderborn mit dem Namen Natalie (siehe Ww-Interview
mit der Sängerin). Sie kann mit ihren jungen Jahren bereits auf einen Top-Ten-Erfolg
zurückblicken: Mit ihrer Stimme veredelte sie den Song »A Life So Changed« des
Dance-Projektes BLUE NATURE, eine tanzbaren Version der Titanic-Titelmelodie.
Aber auch zum start ihrer Solokarriere landete sie gleich einen echten Treffer
- ihr Song »Fight To Win« wurde 2000 zur offiziellen Hymne des Deutschen Skiverbandes
(DSV) gekürt und begleitet seither zahlreiche Wintersport-Ereignisse. Gerade war
er wieder beim Weltcup-Skispringen in Willingen häufig zu hören. Nun will sich
die sympathische Sängerin auch international empfehlen: Mit einer gefühlvollen
Ballade mit dem Titel »Don't Say Goodbye«. Wir drücken die Daumen! Die
Konkurrenz in Kiel ist jedoch hart wie selten: In diesem Jahr drängen viele hochkarätige
Solisten und Bands zum Grand Prix, dessen Endausscheidung erstmals in Tallin (Estland)
stattfinden wird. Darunter auch echte Weltstars wie die WEATHER GIRLS (»It's Raining
Men«), die für Deutschland gemeinsam mit den DISCO BROS. antreten wollen. Unzählige
Fans wirft die KELLY FAMILY in die Waagschale, in Deutschland immer Garant für
volle Stadien und Plattenverkäufe. Meister Nino de Angelo (»Jenseits von Eden«)
ist dagegen einer der ganz Großen der deutschen Schlagerszene. Zwei weitere Schlager-Altstars
haben sich erneut zusammengetan: Ireen Sheer und Bernhard Brink verkünden »Es
ist niemals zu spät«. Ireen will endlich nach ganz vorne, schließlich war sie
schon dreimal (!) für Deutschland beim Grand Prix, höchste Platzierung: die Nummer
4, knapp an der Spitzengruppe vorbei. Noch höher kam eins die Mannheimer Blues-
und Soul-Röhre Joy Fleming: Sie erreichte 1975 mit »Ein Lied kann eine Brücke
sein« zwar nur Platz 17, der Song blieb aber unvergessen und sein Refrain wurde
zum Synonym für den Grundgedanken des Grand Prix. Im letzten Jahr landete bei
der Vorausscheidung denkbar knapp hinter Michelle. Doch nicht nur die
ganz alten Hasen mischen mit: Mr. Rödelheim Moses Pellham schickt Linda Carriere
ins Rennen, und die Punk-Pop-Youngsters SPN-X aus Cottbus könnten auch punkten.
Weitere Anwärter sind die Schmuse-Popper TUESDAYS, die übers Internet nominierte
Nachwuchssängerin Zarah und die singenden Models UNITY. Mit der NORMAL GENERATION?
Kommt schließlich die z.Zt. erfolgreichste deutsche Sacro-Pop-Band, und sie verspricht,
"nicht mit Bibeln zu schmeißen". Insgesamt also ein deutlich ernsterer Schwerpunkt
als in den letzten Jahren: Damit die Spaßgeneration nicht zu kurz kommt, mischt
auch noch das Blödel-Duo MUNDSTUHL als krasser Außenseiter mit. Noch jemand vergessen?
Achja, der unvermeidliche Ralph Siegel schickt auch wieder jemand ins Rennen -
die blinde Sängerin Corinna May, die 1999 wegen Liederklaus nach ihrem Sieg beim
Vorausscheid disqualifiziert wurde. Es wird also nicht einfach für Natalie bei
dieser Konkurrenz! Doch egal, ob Sieg oder nicht: Der Wildwechsel kürte Natalie
zum Regio-Star des Monats Februar. Dort findet sich dann auch ein Interview mit
ihr. (lj)
Mehr
zur Vorausscheidung auf der NDR Grand-Prix-Seite
Alle
Grand-Prix-Sieger und die Platzierung aller deutschen Beiträge finden sich beim
Musikbranchenbuch
22.2.
Count Down Grand Prix Eurovision, Vorausscheidung, ARD, 20.15 Uhr
25.5.
Grand Prix Eurovision, Endausscheidung, Tallin/Estland, ARD, 20.15 Uhr
Das Buch zum Grand Prix: Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann
& Campe, 432 S., 25 Euro
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