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Am Samstag, den 7.7., fand in Warburg
das lang erwartete Festival der Straßenmusiker in der Reihe "Samstagsvergnügen"
statt. 10 Künstler und Gruppen fanden sich ein, um die historische Innenstadt
zu beschallen. Bei bestem Wetter freuten sich die Musiker, die vielen Zuschauer
und die Geschäftsleute gleichermaßen. Am Ende war klar: Auch nächstes
Jahr soll es wieder ein solches Festival geben.
it Witz,
unglaublicher Spielfreude und viel jugendlichem Schwung beeindruckte die Kasseler
Gruppe ANKOU das Publikum und die Jury gleichermaßen: Sie durfte den ersten
Warburger Straßenmusikerpreis entgegennehmen. Eine derartige Mixtur aus
Bluegrass und Brecht, Mittelalter und Moderne, Swing und Folk findet man wohl
selten noch einmal. Dabei hatte man mit dem DUIVELSPACK aus Detmold ernstzunehmende
Konkurrenten: Die stilecht gewandeten Spielleute brachten mit uraltem Instrumentarium
derb-deftige Gesänge aus den Kaschemmen und von den Tanzplätzen des
Mittelalters auf den Warburger Neustadtmarktplatz. Ihre Aufltritte beglückten
die Warburger ebenso wie die mit Überraschungen und frechen Ansagen gewürzten
Kabinettstückchen von ANKOU, die schon bei den Fernsehaufnahmen des WDR im
Vorfeld der Veranstaltung für Furore gesorgt hatten. Letzlich gab wohl der
Nachwuchsbonus den Ausschlag: "The Winner is - ANKOU". Doch
das gesamte Programm konnte sich sehen lassen. Es reichte von hochkarätiger
Klassik, wie sie das DUO CONCERTINO zu Gehör brachte, bis hin zu den zarten
Harfenklängen Karl-Heinz
Wills. Natürlich gab es auch gediegenen Liedermachersound, wie ihn der
Reinhard-Mey-Barde Stefan Nolte und das Warburger DUO
DEFINITIV darboten. Und es gab den typischen One-Man-Band-Sound mit Gitarre,
Gesang und einem unerschöpflichen Oldie-Repertoire, dargeboten von Dirk Rippert,
der auch eine Woche später auf dem Hugenottenfest
in Bad Karlshafen zu erleben sein wird. Volkstümlich-Zünftiges bot Helmut
Munser mit seinem Quetschkommoden-Duo, den Blues im Blut hat Gitarren-Altmeister
Jens Hausmann. MISBEHAVIOUR
schließlich rockten auch unplugged, was das Zeug hält - sie sind übrigens
Regioband des Monats Juli beim
Wildwechsel. Die Abschlussveranstaltung im Hof des Brauhauses
Kohlschein brachte noch einmal alle Musiker zusammen: Das ganze endete mit einer
feuchtfröhlichen Jam-Session. Alles in allem eine runde
Sache, die nach Wiederholung im nächsten Jahr schreit. Dann aber bitte ohne
Autoverkehr in der Innenstadt! (gl) Hier noch
einmal die Übersicht über alle Teilnehmer: DUIVELSPACK
sind rauhe Spielleute, die ihr Publikum nach uralter Sitte teuflisch gut unterhalten.
In bunten Gewändern, mit mittelalterlichen Instrumentarium und lautstarkem
Gesang wird Liederliches und Lästerliches aus der Überlieferung des
fahrenden Volkes zum Besten gegeben: Frivol, frech und freizügig sind die
Lieder dieses "teuflischen Packs". DIRK RIPPERT bietet Cover-Rock
und Oldies in einem schier unerschöpflichen Repertoire. Von den kompletten
BEATLES bis ins letzte Jahrzehnt hinein reicht die Palette. Er kann ein mehrstündiges
Programm ohne eine einzige Wiederholung präsentieren, mit Stimme und gitarristischem
Können. Auf Zuruf sind auch Lieblingssongs der Zuschauer verfügbar.
DUO
DEFINITIV besteht aus dem Warburger Liedermacher Reinhard Burchhardt uns
seinem Partner Thomas Scherf. Die beiden präsentieren "Lieder aus dem Leben
für das Leben"in einem ein fröhlichen, lebensbejahenden Ton. Gespielt
werden so unterschiedliche Instrumente wie Mandoline, Tinwhistle, Takamine, Banjo,
Bluesharp und diverse Percussion-Instrumente. KARL-HEINZ
WILL aus Homberg hat sich ganz der Harfe verschrieben. Er bietet die folkigen
Klassiker aus den schottischen Highlands und von den irischen grünen Wiesen
im souveränen, fingerflinken Spiel. Wunderbar sphärische Melodien wechseln
mit zupackenden Rhythmen. Auch Lieder aus den Bauernkriegen gehören zum Repertoire.
DUO CONCERTINO besteht aus den Tatiana Ossipov (Mandoline, Dobra)
und Valeri Ossipov (Gitarre) aus dem Ural. Beide sind Absolventen des Mussorsky-Konservatoriums.
Die beiden preisgekrönten Virtuosen bieten klassische Meisterwerke von Tschaikovski
über Vivaldi bis Paganini dar, aber auch russische Folklore wird erklingen.
JENS HAUSMANN
aus Wolfhagen ist ein Gitarrist der Spitzenklasse, der seit vielen Jahren nicht
nur in unserer Region unterwegs ist. Sein Schwerpunkt ist foliges Fingerpicking-Spiel
und kerniger Blues. Neben seinen Soloauftritten arbeitet als Talentscout für
eine Internet-Musikplattform und berät im -Auftrag von namhaften Instrumentenherstellern
Nachwuchs-Gitarristen. MISBEHAVIOUR
bieten groovigen, durch viele Musikstile beeinflussten Rock der Marke hart und
heftig - in Warburg nun erstmals ganz unplugged! Der Sound der Göttinger
Band wird geprägt durch den leidenschaftlichen Gesang von Frontfrau Kim,
der ungewöhnlicher Weise häufig in französischer Sprache daherkommt.
HELMUT MUNSER bietet Wander- und Seemannslieder mit Akkordeon
und Harmonika. Er und sein Duopartner haben auf vielen Hochzeiten und Festen für
zünftige Stimmung gesorgt. Aus Spaß an der Freud sind die beiden auch
in Warburg dabei. ANKOU
verbinden die unterschiedlichsten Musikrichtungen miteinander, ohne dass dabei
ein Mischmasch entsteht:: Gothic Folk und Hillbilly Blues, elisabethanische Verse
und sanfter Jazz, Bluegrass und Mittelaltermusik, Ironie und Poesie. Dabei kommen
viele, oft ungewöhnliche Instrumente zum Einsatz - von Geige, Mandoline und
Cello über Percussion und Gitarre bis zur Bluesharp. STEFAN
NOLTE ist beeinflusst von Reinhard Mey, einem der erfolgreichsten deutschen
Liedermacher. Er hat sehr viele Reinhard-Mey-Lieder der letzten Jahre im Repertoire,
die er stilecht interpretiert und mit eigenem Herzblut zum Besten gibt. Daneben
stehen auch einige eigene Lieder. (lj) |