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Wozu das Internet doch alles gut ist! Neulich hat es
einem kleinen Inselstaat dazu verholfen, der UNO beitreten zu können. Wie das?
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so ein Beitritt ist nicht umsonst zu haben, er kostet. Selbst für einen kleinen
Staat wie Tuvalu mit gerade mal 10.000 Einwohnern auf 26 Quadratkilometern sind
das immerhin 30.000 Dollar. Bislang fehlte das Geld. Doch das hat sich nun geändert:
Tuvalu profitiert von seiner Abkürzung "tv". Diese reizt nämlich viele Firmen,
die etwas mit Fernsehen zu tun haben, dazu, sich eine Internetadresse mit der
Endung "tv" zu sichern. Über die Vergabe entscheidet natürlich die Insel Tuvalu,
denn die "Internet-Regierung" hat ihr das Kürzel "tv" überlassen. Nun gaben sich
Viva, Onyx und andere große und kleine Unternehmen der TV-Branche die Klinke in
die Hand, um ihre Internetadressen in Tuvalu zu bekommen. Gegenüber der Werbe-Fachzeitschrift
w&v schwärmte Viva-Chef Dieter Gorny: "Die Endung lässt sich hervorragend internationalisieren"
(W&V 41/2000). Inzwischen lässt man sich in Tuvalu den ganzen Rummel auch ordentlich
bezahlen: Einzelne Adressen wie free.tv erzielten schon mehr als 100.000 Dollar.
Als man merkte, wie groß das Interesse ist, schaltete man in Deutschland sogar
eine Werbekampagne, um noch mehr Kunden für die "Internet-Adressen von morgen"
zu begeistern. Die Länderendungen sind bald out, suggeriert die Kampagne. Eine
eigene Seite steht für Interessierte bereit: www.tv, eine Firma namens Dot TV
wurde gegründet, bei der der Inselstaat eine Minderheitsbeteiligung hält. Tuvalu
rechnet durch den Verkauf der begehrten Domains in den nächsten zehn Jahren mit
Einnahmen in Höhe von 40 Millionen Dollar.
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